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Buchcover Robert Paul Weston: Die Monsterabteilung

Rezension von Katharina Platz

Elliot möchte gerne – entgegen der Wünsche seiner Eltern – Wissenschaftler bei DENKi-3000 werden. Als ihn sein Onkel Archie, der Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei DENKi-3000, einlädt, ihn bei der Arbeit zu besuchen, ist Elliot außer sich vor Freude. Merkwürdig findet er nur, dass er seine Schulkameradin Leslie mitbringen soll, obwohl er das Mädchen kaum kennt...

BuchtitelDie Monsterabteilung
AutorRobert Paul Weston
GenreFantastischer Realismus
Lesealter12+
Umfang368 Seiten
Edition1. deutschsprachige Ausgabe 2014
VerlagJacoby & Stuart
ISBN978-3-942787-23-9
Preis16,95 €

Elliot möchte gerne – entgegen der Wünsche seiner Eltern – Wissenschaftler bei DENKi-3000 werden. Als ihn sein Onkel Archie, der Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei DENKi-3000, einlädt, ihn bei der Arbeit zu besuchen, ist Elliot außer sich vor Freude. Merkwürdig findet er nur, dass er seine Schulkameradin Leslie mitbringen soll, obwohl er das Mädchen kaum kennt. Durch Onkel Archie erfahren die beiden dann, dass die Entwicklungsabteilung ein gut gehütetes Geheimnis birgt: Sämtliche Mitarbeiter sind Monster! Der Firma droht jedoch eine feindliche Übernahme durch die Konkurrenz. Deshalb sollen Elliot und Leslie dabei helfen die neuesten Erfindungen ihres Onkels fertigzustellen, um die Firma DENKi-3000 zu retten. Aber ausgerechnet kurz vor der Aktionärsversammlung, auf der die Erfindungen präsentiert werden sollen, verschwindet Onkel Archie spurlos. Nun müssen Elliot und Leslie nicht nur im Alleingang die neuesten Maschinen zum Laufen bringen, sondern auch noch in schummrigen Geheimgängen voller bösartiger Monster nach Onkel Archie suchen.

Sie blickten in einen riesigen Raum, der mit Borden voller blinkender Computer und einem Meer von Labortischen gefüllt war. Auf den Tischen standen die seltsamsten Dinge: komplizierte Gerätschaften, in denen farbige Flüssigkeiten zischten und blubberten; surrende Maschinen, die Elliot sehr an ausgeklügelte Uhrwerke erinnerten – nur dass diese hier viel schneller tickten als die Zeit selbst; Monitore, die wie alte halb auseinandergenommene Fernseher aussahen und auf denen Bilder zu sehen waren, die aus einer anderen Welt zu stammen schienen.

Das ist schon eher so, wie ich es mir vorgestellt habe, war Elliots erster Gedanke. Hier sah es aus wie in einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Aber es war nicht der Raum, der Elliot und Leslie so verblüffte. Es waren vielmehr die Menschen darin.

Nur, dass es eben keine Menschen waren. Es waren … Monster.

Gebückte trollähnliche Wesen mit hervorspringenden Kinn und kaputten Zähnen. Kleine geflügelte Lebewesen, halb Insekt, halb Kobold, die glänzten, wenn sie flogen. Gewaltige ungeschlachte haarige Nicht-Menschen (mit Hörnern). Monster mit zu vielen Köpfen, zu vielen Armen oder Beinen oder der gerade richtigen Anzahl an Tentakeln.

Da gab es Wesen, die wie Drachen, Menschenfresser oder Gremlins aussahen – also Geschöpfen, die jeder Beschreibung aus Büchern trotzen. Seltsame außerirdische Kreaturen, die grübelnd vor ihren seltsamen außerirdischen Geräten saßen und seltsame außerirdische Versuche anstellten (viele von ihnen trugen geradezu lächerlich kleine Brillen).

„Willkommen in der Monsterabteilung“, sagte Elliots Onkel. (S. 33f.)

Elliot zeichnet sich durch seine starke Persönlichkeit aus. Obwohl seine Eltern beide Restaurantkritiker sind und möchten, dass er in ihre Fußstapfen tritt, lässt er sich nicht von seinen Traum Wissenschaftler zu werden abbringen. Die Meinung anderer hält ihn auch nicht davon ab, jeden Tag eine hellgrüne Anglerweste über seiner Kleidung zu tragen.

Leslie hingegen fällt es schwer Freundschaften zu knüpfen, weil ihre Mutter schnell Fernweh bekommt und Leslie bei jedem Umzug die gerade gefundenen Freunde wieder verliert. Doch Elliot und Leslie merken schnell, dass ihr gemeinsames Interesse für die Wissenschaft sie  verbindet und werden durch das gemeinsam erlebte Abenteuer fest zusammengeschweißt.

Elliots Wunsch nach Selbstverwirklichung und Leslies Sehnsucht nach Stabilität und Freundschaft sind Aspekte, die im Leben eines jeden Heranwachsenden eine wichtige Rolle spielen und im Buch auf einfühlsame Weise behandelt werden.

Bickelburg, der Ort des Geschehens, ist eine unauffällige, kleine Stadt, in deren Zentrum das Firmengelände von DENKi-3000 liegt, dem fünftgrößten Technologiehersteller der Welt. Obwohl DENKi-3000 ein großes Unternehmen ist, kümmert man sich gewissenhaft um den Schutz und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Der Chef des Unternehmens, Sir William Sniffelden, ist ein sehr alter und sympathischer Mann. Der Chef von Quasicom, dem Konkurrenzunternehmen, hingegen bleibt namenlos und tritt nur als eine schemenhafte Figur auf dem Bildschirm in Erscheinung. Um die Macht über alle Monsterabteilungen zu erlangen, schreckt er vor keinem Mittel zurück und verbündet sich sogar mit bösartigen Monstern.

Die zunächst klare Einteilung von Gut und Böse wird jedoch mehrfach hinterfragt, indem dem Leser vor Augen geführt wird, dass der äußere Schein trügen kann und der erste Eindruck nicht immer der richtige sein muss. Denn es gibt schrecklich aussehende Monster, die aber ausgesprochen friedlich sind und andere, denen man ihr Monstersein überhaupt nicht ansieht.

Ein auktorialer Erzähler führt durch 31 kurze Kapitel. Zu Beginn eines jeden neuen Kapitels wird in einem Satz zusammengefasst, was im Folgenden geschieht. Dadurch wird der Leser zu beständigem Weiterlesen angeregt. Die graphische Gestaltung der Doppelseiten, insbesondere am Kapitelanfang, ist ansprechend und detailreich. Neben ganzseitigen Abbildungen in schwarz-weiß, werden die Seiten oft durch kleinere graphische Elemente aufgelockert, wie zum Beispiel die phantasievoll gestaltete Initiale zu Beginn eines jeden Kapitels.

Die Sprache des Texts ist überwiegend gut verständlich. Nur ein Monster spricht in abgehackten Sätzen und ein anderes mit französischem Akzent. Trotz der vereinzelt vorkommenden französischen Vokabeln, sind Französischkenntnisse nicht unbedingt Voraussetzung, um den Gesprächen folgen zu können.

In der deutschsprachigen Übersetzung hat der Verlag leider am Lektorat und Satz des Buches gespart. Auffällige Verschreibungen, mangelnde und falsche Silbentrennung lassen den Leser stolpern und trüben ein wenig das ansonsten tadellose Lesevergnügen.

Für Vielleseprogramme geeignet.