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Buchcover Kate und M. Sarah Klise: Friedhofstraße 43: Band 1– Gespenster gibt es doch!

Rezension von Nina Vogel

Ignaz B. Griesgram ist ein berühmter Kinderbuchautor, der schon seit Jahren unter einer Schreibblockade leidet. Da ihm langsam das Geld ausgeht und seine Verlegerin ihm wegen eines neuen Manuskripts im Nacken sitzt, zieht der mürrische alte Mann kurzfristig für einige Zeit nach Schauderburg, einem beschaulichen kleinen Städtchen, in dem sich schon so manch merkwürdiger und mysteriöser Vorfall ereignet hat – um sich dort inspirieren zu lassen und endlich in Ruhe sein neues Buch zu schreiben...

BuchtitelFriedhofstraße 43 – Gespenster gibt es doch!
AutorKate und M. Sarah Klise (aus dem Amerikanischen übersetzt von Nina Schindler)
GenreHorror & Grusel
Lesealter8+
Umfang160 Seiten
Edition3. Auflage 2012
VerlagGerstenberg
ISBN978-3-8369-5321-4
Preis12,95 €

Ignaz B. Griesgram ist ein berühmter Kinderbuchautor, der schon seit Jahren unter einer Schreibblockade leidet. Da ihm langsam das Geld ausgeht und seine Verlegerin ihm wegen eines neuen Manuskripts im Nacken sitzt, zieht der mürrische alte Mann kurzfristig für einige Zeit nach Schauderburg, einem beschaulichen kleinen Städtchen, in dem sich schon so manch merkwürdiger und mysteriöser Vorfall ereignet hat – um sich dort inspirieren zu lassen und endlich in Ruhe sein neues Buch zu schreiben. Doch als ganz so einfach stellt sich die Sache nicht heraus. In der alten heruntergekommenen viktorianischen Villa leben nämlich noch der elfjährige Severin, dessen Eltern das Haus gehört und der alles dafür tut, Griesgram zu vergraulen, mit seiner Katze Mohrle und dem 190 Jahre alten Gespenst Olivia, das quicklebendig sowohl durch das Haus als auch durch die Stadt zieht und dabei allerlei Unfug anstellt. Und so muss Griesgram, der seinem Namen zu Beginn der Geschichte noch alle Ehre macht, langsam einsehen, dass Gespenster nicht ausschließlich nur in seinen Geschichten herumspuken.

Beste Ms Billiger,

mit dem von mir gemieteten Haus gibt es ein ernstliches Problem: Im zweiten Stock wohnt ein Junge.

Ich bin ihm zum ersten Maul heute Morgen begegnet, als ich mich in dem Haus umsehen wollte. Der Junge war in einem winzigen Kämmerchen im zweiten Stock, das man nur erreichen kann, wenn man eine höchst gefährliche Treppe erklimmt und sich durch einen engen Flur zwängt. Das gesamte Haus ist in diesem verrückten Puppenstuben-Stil gebaut. Wer auch immer es entworfen hat, muss ziemlich übergeschnappt gewesen sein.

Aber zurück zu dem Kind: Der Junge saß da und zeichnete in sein Heft. Als ich ihn nach seinem Namen fragte, warf er mir nur einen kurzen Blick zu. Dann zeichnete er einfach weiter. Ich vermute mal, dass dieser Junge für die Anti-Willkommensparty verantwortlich ist, die zu meiner Ankunft in diesem öden Nest veranstaltet wurde. Aber das nur nebenbei.

Ich fordere Sie auf, dieses Kind unverzüglich aus dem Haus zu entfernen.


Außerdem gibt es in dem Haus eine Katze. Ich bin gegen Katzen hoch allergisch. Diese Katze muss ebenfalls entfernt werden.

Antworten Sie mir per Brief. Ich habe das Telefon abstellen lassen, um jedweder Ablenkung von meiner Schriftstellerei entgegenzuwirken.

Ihr krisengeschüttelter
I. B. Griesgram

(S. 30-31)

Autorin Kate Klise und Illustratorin M. Sarah Klise haben in ihrer Geschichte, die sich rund um den miesepetrigen Kinderbuchautor Ignaz B. Griesgram ereignet, sowohl eine angenehme Portion Grusel als auch jede Menge Spaß untergebracht. Dieses Buch ist gerade für Leseeinsteiger besonders geeignet, da die Handlung relativ simpel gehalten ist und auch der Schreibstil einfach zu verstehen ist.

Schon zu Beginn der Erzählung wartet eine Warnung auf den Leser, die einiges an Grusel verspricht. Und auch das eigentlich Gruselige tritt sehr schnell in Erscheinung. Olivia C. Spence, Schriftstellerin, Erbauerin der Villa, und schon seit 97 Jahren verstorben, ist ein Gespenst und bewohnt die Kuppel des heruntergekommenen Hauses. Interessant hierbei ist, dass sie nicht nur ab und an als Rahmenfigur vorkommt, sondern selbst eine der Hauptfiguren ist und der Leser die Erzählung zum Teil aus ihrer Perspektive wahrnimmt, da sie sowohl mit Severin als auch mit Griesgram via Briefwechsel korrespondiert. Gerade dadurch sieht der Leser auch, dass das Gespenst nicht allzu gruselig ist, sondern eine gewitzte ältere Dame mit einer gehörigen Portion Humor, die durchaus als Parodie auf klassische Gespenster in gängiger Gruselliteratur verstanden werden kann.

Die Hauptperson jedoch weiß dies natürlich nicht. Griesgram nimmt immer wieder merkwürdige Gegebenheiten in dem alten Haus wahr. Lautes Türenschlagen, Klavierspielen, ein herunterstürzender Kronleuchter und natürlich die Aussagen seines Mitbewohners Severin deuten darauf hin, dass etwas Übernatürliches in diesem Haus sein Unwesen treibt, jedoch will der alte Mann sich dies natürlich nicht eingestehen. Obwohl er mit den sogenannten „Geisterbezwinger“-Büchern berühmt geworden ist, tut er alles Übernatürliche als Humbug ab.

Nach und nach muss Griesgram sich jedoch eingestehen, dass die Gespenstergeschichten, die er so lange verfasst hat, einen wahren Kern haben. Im weiteren Verlauf der Erzählung tritt das ursprünglich Gruselige also mehr und mehr in den Hintergrund, da Griesgram das Gespenst, und auch den Jungen Severin, akzeptiert. Die Erzählung wird dadurch aber keineswegs weniger spannend. Das Problem der Schreibkrise von I. B. Griesgram verlangt nach einer Lösung, und auch Severins Situation mit seinen Eltern und dem zum Verkauf stehenden Haus steht weiterhin im Raum. Die drei Protagonisten schaffen es jedoch, diese Probleme zusammen zu bewältigen, und lernen dabei noch, wie wichtig es ist, guten Freunden zu helfen und auch Hilfe anzunehmen.

Aber nicht nur inhaltlich ist dieses Buch für Gruselliebhaber ein Muss. Auch von der Gestaltung her hat es Einiges zu bieten und wirkt äußerst ansprechend. Schon das Cover ist einladend gestaltet. Durch die Wahl der Motive (klassische Gruselmotive wie Fledermäuse, Spinnen und eine düstere Villa) und die dunklen Farben wird gleich die Neugierde der Leser geweckt und eine gruselige Stimmung kreiert. Auch die Kapitelanzahl und -länge ist gerade für junge Leser geeignet, da es sich nicht im eigentlichen Sinne um Kapitel handelt, sondern um kurze Briefe verschiedener Figuren, Zeitungsartikel, Zeichnungen und ähnliches. Die Handlung wird dementsprechend also nicht als durchgehende Erzählung präsentiert, sondern muss vom Leser selbst aus den Briefen und anderen Darstellungsformen rekonstruiert werden, was es bis zum Schluss sehr interessant und spannend macht und gerade für Lesemuffel den Einstieg ins Lesen erleichtert, da es sich nicht um einen langen Fließtext sondern eine Vielfalt verschiedener kleinerer Texte handelt. Die verschiedenen Textarten sind hierbei unterschiedlich gestaltet (unterschiedliche Formen, Schriftarten, Schriftgrößen etc.), der Leser kann also einfach erkennen, wessen Sichtweise gerade dargestellt wird, und auch sprachlich ist der Text einfach und sehr verständlich gehalten. Und gerade die Zeichnungen, der Plan des Hauses zu Beginn des Buches und die Rubrik „Besonderheiten von viktorianischen Häusern“ am Ende des Buches, machen die Handlung sehr anschaulich und vermitteln dabei auch noch interessantes Bonuswissen.

Insgesamt ist die Erzählung gerade für junge Leser sehr ansprechend. Ohne zu sehr zu gruseln, entsteht ein leichter Nervenkitzel, Themen wie Familie und Freundschaft werden dezent angesprochen und ganz besonders der Humor kommt in keinem Falle zu kurz.