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Buchcover Marliese Arold: Oskar, der Superblogger

Rezension von Sarah Müller

Der zwölfjährige Oskar will berühmt werden, am liebsten als Reporter bei einer Online-Zeitung. Deshalb übt er schon mal in seinem eigenen Blog. Und zum Glück gibt es auch genug zu berichten, denn Oskars Leben läuft mitunter ziemlich chaotisch ab...

BuchtitelOskar, der Superblogger
AutorMarliese Arold
GenreHumor & Comedy
Comedy
Lesealter10+
Umfang186 Seiten
Edition1. Auflage 2013
VerlagFischer KJB
ISBN978-3-596-85595-7
Preis12,99 €

Der zwölfjährige Oskar will berühmt werden, am liebsten als Reporter bei einer Online-Zeitung. Deshalb übt er schon mal in seinem eigenen Blog. Und zum Glück gibt es auch genug zu berichten, denn Oskars Leben läuft mitunter ziemlich chaotisch ab. Kein Wunder bei Oskars Familie: Schwester Kristin, die HZ („hirnamputierte Zimtzicke“), hat einen Schminktick und jagt mit ihrer Haartönung fast das Haus die Luft, der Vater will nach dem Mondkalender gärtnern und die Mutter erfährt jede schlechte Note brühwarm im Lehrerzimmer, weil sie an Oskars Schule unterrichtet. Außerdem will Oskar auch noch seine geniale Ägypter-Geburtstagsparty vorbereiten und muss dafür eine Mumie auftreiben – schade, dass die Oma für den Sarg zu groß ist! Der neue Hahn, den Oskars Papa angeschleppt hat, sorgt für elf kleine Küken, die als Brathähnchen enden sollen – das muss Oskar natürlich verhindern! Und dann ist da noch Oskars „Feindin“ Angela, die er womöglich mit einem Apfelwurm vergiftet hat...

Wie ich Mama doch noch überzeugte
Datum: noch immer Samstag, 22. Februar, später
Autor: Ein schadenfroher Katzenbändiger

Können Katzen eigentlich eine Blasenentzündung kriegen? Wenn ja, dann hat Matilda eine! Sie pinkelt am laufenden Band! Erst auf meine Hose (was Kristin ungemein gefreut hat), dann auf den Wohnzimmerteppich (was Mama nicht gefreut hat) und anschließend in Kristins Bett (haha!). Ich schließe Matilda immer mehr ins Herz! Papa hat das Kätzchen natürlich nicht zu Irmi zurückgebracht, denn Irmi hat sich momentan klugerweise aus dem Staub gemacht. Angeblich besucht sie ein Wochenendseminar über Die Kraft der Edelsteine. Mama hat Papa gefragt, wie ein erwachsener Mensch solchen Mist glauben kann. Papa hat Irmi in Schutz genommen und dann haben sie sich wieder mal gezankt. Inzwischen hat Matilda seelenruhig die Erde vom Gummibaum ausgegraben und im ganzen Wohnzimmer verstreut. Papa war davon unheimlich angetan. „Phantastisch, wahrscheinlich hat Irmi sie schon ans Katzenklo gewöhnt!“ Mama hat ihn angeschaut, als wollte sie ihn ermorden. Beim Wort Irmi sieht sie einfach rot. Bestimmt ist sie eifersüchtig. (S.38-40)

Oskar, der Superblogger ist eine Geschichte über den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn. Der Titelheld Oskar geht in die sechste Klasse, möchte auf jeden Fall später mal berühmt werden, hat die üblichen Schulprobleme und eine anstrengende Familie. Er ist weder ein richtiger Held, noch ein echter Anti-Held – der Junge von nebenan eben. Und genau das ist die Stärke dieses Buchs. Marliese Arold gelingt es großartig, das Leben und die Probleme eines Zwölfjährigen darzustellen, ohne ihre Figuren dabei bloßzustellen. Zwar haben alle Personen ihre Ticks und Schwächen, diese sind jedoch nie übertrieben oder unglaubwürdig. Besonders witzig und psychologisch exakt wird beispielsweise geschildert, wie Oskar sich das erste Mal verliebt: Da ihm nicht klar ist, warum er sich in Angelas Gegenwart so unwohl fühlt, bezeichnet er sie über weite Strecken des Buchs als seine „Feindin“ und ist über sich selbst entsetzt, als er sie („aus Versehen“) zu seiner Geburtstagsparty einlädt.

Oskar ist grundsympathisch, da er kein perfekter Überflieger ist; insofern können sich gleichaltrige Jungen sicher sehr gut mit ihm identifizieren. Vor allem aber ist das Buch herrlich komisch, besonders weil Oskar das Chaos um ihn herum so treffend und lakonisch kommentiert (gerade, wenn es um die Spleens von Eltern oder Lehrern geht). Viel Komik entsteht auch dadurch, dass Oskar sich manchmal als unzuverlässiger Erzähler erweist, der im Gespräch mit Freunden Meinungen äußert, die er später widerruft (wenn es z.B. um Mädchen geht).

Das Buch, das unter dem Titel Oskars ganz persönliche Geheimdatei bereits 1998 erschien, wurde stark modernisiert und den Mediengewohnheiten heutiger Kinder und Jugendlicher angepasst. So schreibt Oskar keine Geheimdatei mehr, sondern einen Blog. Peinliche Beweisfotos werden jetzt nicht mehr mit Kameras, sondern mit dem Handy gemacht und via Facebook verbreitet („Oskar fliegt auf die Fresse. 863 Personen gefällt das“; S.8). Das Leben moderner Zwölfjähriger wird auf diese Weise sehr authentisch dargestellt. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass die Blogeinträge relativ kurz sind und, den Schreibgewohnheiten eines Sechstklässlers entsprechend, sehr umgangssprachlich geschrieben und manchmal nicht ganz logisch aufgebaut sind. Gerade für Kinder, die nicht viel lesen, ist das Buch gut geeignet, da die meisten „Blogeinträge“ kurze, in sich abgeschlossene Episoden enthalten, die noch dazu in einer großen Schriftgröße gehalten sind. Viele originelle Illustrationen wecken zusätzlich die Lust am Weiterlesen. Einziger Wermutstropfen: Einige witzige Geschichten sind leider der Modernisierung zum Opfer gefallen und ersatzlos gestrichen worden; dies dürfte allerdings nur diejenigen stören, die Oskar schon kennen.

Fazit: Ein witziges, sehr lebensnahes Buch mit einem äußerst sympathischen Protagonisten für ungeübte Leser ab 10 Jahren.