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Buchcover Rick Riordan: Helden des Olymp – Der verschwundene Halbgott

Rezension von Kristina Kuhlmann

Jason kann sich an nichts mehr erinnern. Als er in einem Schulbus irgendwo in der Wüste aufwacht, weiß er weder sein Alter noch seinen Namen. Er hat keine Ahnung, wer er ist. Er scheint zwar Freunde zu haben, Leo und Piper sind ihre Namen, aber ob sie wirklich Freunde sind, kann er nicht mit Bestimmtheit sagen. Sie sind im Gegensatz zu ihm nicht von seiner Anwesenheit überrascht und ihren Aussagen nach geht Jason zusammen mit ihnen auf die „Wüstenschule“...

BuchtitelHelden des Olymp – Der verschwundene Halbgott
AutorRick Riordan
GenreAbenteuer
Fantasy
Lesealter12+
Umfang587 Seiten
Edition2012
VerlagCarlsen Verlag, Hamburg
ISBN978-3551556011
Preisgebundene Ausgabe 17,90 €, Taschenbuch: 9,99 €

Jason kann sich an nichts mehr erinnern. Als er in einem Schulbus irgendwo in der Wüste aufwacht, weiß er weder sein Alter noch seinen Namen. Er hat keine Ahnung, wer er ist. Er scheint zwar Freunde zu haben, Leo und Piper sind ihre Namen, aber ob sie wirklich Freunde sind, kann er nicht mit Bestimmtheit sagen. Sie sind im Gegensatz zu ihm nicht von seiner Anwesenheit überrascht und ihren Aussagen nach geht Jason zusammen mit ihnen auf die „Wüstenschule“. Leo und Piper helfen ihm sich anzupassen, was schwieriger ist als gedacht, denn der Trainer der Gruppe, der eigentlich auf sie aufpassen soll, entpuppt sich als halbe Ziege und zudem werden die Jugendlichen plötzlich von Venti, also Windgöttern, gejagt. Das Abenteuer beginnt.
Die drei Jugendlichen verschlägt es in das sogenannte Camp „Half Blood“. In dieses Camp werden lediglich Kinder aufgenommen, deren Eltern griechische Götter sind. Daraufhin versteht Jason gar nichts mehr, alles wird immer mysteriöser. Seine Erinnerung ist noch nicht zurück und er ist zunehmend verwirrt. Es scheint, dass die drei Freunde zu den sieben Halbgöttern gehören, von denen eine Legende berichtet. Der Legende nach werden sieben Halbgötter den Olymp vor dem Untergang bewahren.
Dies scheint zu stimmen, denn während Leo und Piper von ihren göttlichen Eltern anerkannt werden, stellt sich heraus, dass Jason bereits anerkannt worden ist und zwar vor langer Zeit.
Die drei Freunde haben jedoch keine Zeit über diesen Umstand nachzudenken, denn die Prophezeiung beginnt sie einzuholen.

Die Leseprobe zu "Helden des Olymp – Der verschwundene Halbgott" von Rick Riordan finden Sie unter dem folgenden Link:
www.carlsen.de/sites/default/files/produkt/leseprobe/LP-9783551556011.pdf

Nach fünf Bänden der Percy-Jackson-Reihe ließ der Bestsellerautor Rick Riordan den Halbgott Percy Jackson und seine Freunde triumphieren, wenn auch unter schmerzlichen Verlusten. Die Welt der griechischen Götter war wieder in Ordnung und das Gleichgewicht wieder hergestellt. Die Saga um die Halbgötter des Olymp war erzählt.

Nun wandte sich Riordan den ägyptischen Göttern zu und verfasste die Kane-Chroniken. Doch weder der Autor selbst noch die Leser konnten die griechischen Götter und das Camp Half Blood vergessen.

So schrieb Riordan die Fortsetzungsromane „Helden des Olymp“. Den bisherigen Helden Percy Jackson lässt er dabei außer Acht und erwähnt ihn lediglich als den vermissten Halbgott, den seine Gefährten im gesamten Land suchen. 

Die neuen Charaktere, ein Trio von Freunden, werden dabei neu in diese für sie gänzlich unbekannte Welt eingeführt. Piper, Leo und Jason sind kaum angekommen, schon beginnt ihre rasante Reise, die es in sich hat und jeden von ihnen an seine Grenzen gehen lässt.

Piper fehlt es an Zuneigung, Interesse an ihrer Person und Liebe. Ihr Vater ist ein Hollywoodschauspieler mit Millionen von Fans, die ihn verehren. So hat er kaum Zeit für seine Tochter und sieht nicht, woran es ihr fehlt, geschweige denn, dass er sich väterlich um sie kümmern würde. Stattdessen speist er sie mit Geld ab. Ihm entgeht völlig, dass seine Tochter sich verlassen fühlt und immer mehr vereinsamt. Obwohl Piper verzweifelt versucht, die Aufmerksamkeit ihres Vaters zu erlangen, gelingt es ihr nicht, von ihrem Vater das zu bekommen, wonach sie sich sehnt: Wärme und Geborgenheit.

Leos Mutter kam bei einem Unfall ums Leben. Noch zwei Jahre später hat er schwer daran zu arbeiten und kommt nicht darüber hinweg. Zudem gibt er sich die Schuld an ihrem Tod. Seine Mutter wollte nur etwas aus der Werkstatt holen, als dort ein Feuer ausbrach und sie bei lebendigem Leib verbrannte. Die Tür der Werkstatt war verriegelt, so konnte seine Mutter weder fliehen, noch konnte ihr jemand helfen. Leo sieht immer wieder eine seltsame alte Frau, die außer ihm niemand sieht. Die Alte verriegelte die Werkstatttür hinter seiner Mutter. Dies und die Tatsache, dass Leo erst kurz vor dem Unfall seiner Mutter lernte, das Feuer zu beherrschen, stürzt den Jungen in tiefe Selbstschuld.

Jason ist der Held der Geschichte, der von Beginn an an Gedächtnisverlust zu leiden scheint. Er erwacht ebenso plötzlich wie der Leser in der Handlung und muss sich zunächst orientieren ohne Aufsehen zu erregen. Im Verlauf der Handlung erfährt er mehr und mehr und kann das Puzzle seiner Vergangenheit zusammensetzten. So erfährt er unter anderem, dass seine Mutter unter Depressionen litt und ihn im Drogenrausch ausgesetzt hat. Zu dem Zeitpunkt war er zwei Jahre alt. Zudem scheint er Thalias Bruder zu sein. Jason fühlt sich ungeliebt und wegegeben. Er muss den Verlust seiner Mutter und seiner großen Schwester, die sein Leben lang über ihn gewacht hat, verarbeiten.

„Helden des Olymp – der verschwundene Halbgott“ ist somit keine klassische, stromlinienförmige Heldengeschichte. Jedoch gibt es Herausforderungen durch mächtige Gegner. Neben den klassischen Gegnern wie Riesen und Ziegen sind die Helden der Geschichte mit Problemen konfrontiert, die jeden Jugendlichen bei dem Prozess des Aufwachsens begegnen. Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Wer bin ich? Haben meine Eltern mich gern? Wollen meine Eltern mich loswerden und abschieben? Bin ich als Kind schuld, wenn es meinen Eltern schlecht geht? …wenn sie Probleme haben? …wenn sie sich trennen? Diese Fragen werden vom Autor verschlüsselt angeschnitten.

Der Einstieg in die Geschichte ist sprunghaft. Der Charakter, aus dessen Perspektive die Geschichte im ersten Kapitel erzählt wird, erwacht plötzlich und kann sich an nichts erinnern. Zusammen steigen Leser und Held in die Geschichte ein. Die Figurenkonstellation der guten und bösen Mächte ist klar und deutlich konstruiert.

Die Helden der Geschichte sind drei junge Menschen, die vom Schicksal schwer gebeutelt wurden, und in die sich gerade junge Leser gut hineinversetzten können.

Über die Reise des Helden lässt sich sagen, dass die üblichen Stationen einer Heldengeschichte (gewohnte Welt, Ruf des Abenteuers, Weigerung, Unterstützung durch Mentor, Überschreiten der Schwelle, Proben, Verbündete,  Feinde, Vordringen zur tiefsten Höhle, entscheidende Prüfung, Belohnung, Rückweg, Auferstehung, Heimkehr „mit dem Elixier“) völlig außer Acht gelassen werden. Dies ist eine andere Heldengeschichte. Der Held „erwacht“ überrascht in einem ihm unbekannten Umfeld, wo ihn jeder zu kennen scheint. Er hat sein Gedächtnis verloren und muss sich in seiner Welt zunächst zurechtfinden. Seine beiden Freunde helfen ihm dabei. Zusammen gelangen sie in ein Camp, in eine neue Welt und müssen dort gemeinsam Aufgaben meistern.

Ein großer Spannungsfaktor zieht sich durch den gesamten Roman. Die Abenteuer der Charaktere sind rasant erzählt und der Autor beweist großen Einfallsreichtum.

Die phantastische Welt des Buches bietet dem Leser altgriechische Götter des Olymp und die Sagen um sie, sowie ein Camp für ihre Halbgott-Kinder.

Das Cover ist aufwendig gestaltet und gibt dem Lesenden einen ersten Hinweis auf die Art der Geschichte die ihn und die Charaktere der Geschichte erwartet. Die Schrift ist gut lesbar. Die Kapiteleinteilungen sind überschaubar; Die Kapitel haben keine Überschriften, sind jedoch nummeriert und verweisen mit den Namen „Piper“, „Jason“ und „Leo“ darauf hin, um wen sich das jeweilige Kapitel dreht.

Die Erzählweise der Geschichte und die Schreibweise sind witzig, frech und teilweise umgangssprachlich. Perspektivwechsel, wie sie aus der Percy-Jackson-Reihe bekannt sind, finden nicht statt. Das Buch ist gut verständlich geschrieben, keine Fremdwörter oder ähnliches erwarteen die Leser.

Helden des Olymp  ist ein gelungener Nachfolger der Percy-Jackson-Reihe. Die Welt ist dieselbe, doch werden viele neue Aspekte und Charaktere gewonnen, die nahtlos in einander übergehen und sich hervorragend ergänzen.

Die 5-bändige Percy-Jackson-Reihe ist für die Lektüre von „Helden des Olymp“ keine Voraussetzung. Kennt man sie, findet man bekannte Verknüpfungspunkte und sieht die Geschichte aus den Augen eines Camp-Mitgliedes. Kennt man sie nicht, zieht einen die Geschichte um Jason und seine Freunde den Leser auch so in ihren Bann und der Leser lernt die Welt und das Camp der Halbgötter aus dem Blickwinkel von Jason kennen.

bei lesegeübten und lesebegeisterten Gymnasiasten und Realschülern ab 12 Jahren für Vielleseprogramme zu empfehlen