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Buchcover Andreas Götz: Stirb leise, mein Engel

Rezension von Wiebke Peglow

Drei Mädchen begehen innerhalb weniger Wochen Selbstmord, alle drei vergiften sich - mit Zyankali. Als kurze Zeit später eine weitere Mädchenleiche aufgefunden wird, die durch Zyankali vergiftet wurde, kann der 16-Jährige Sascha, der ein Freund des dritten Opfers war, nicht mehr an einen Zufall glauben...

BuchtitelStirb leise, mein Engel
AutorAndreas Götz
GenreKrimi & Thrill
Umfang368 Seiten
VerlagVerlag Friedrich Oetinger GmbH
ISBN978-3-7891-3615-3
Preis16,95 €

Drei Mädchen begehen innerhalb weniger Wochen Selbstmord, alle drei vergiften sich - mit Zyankali. Als kurze Zeit später eine weitere Mädchenleiche aufgefunden wird, die durch Zyankali vergiftet wurde, kann der 16-Jährige Sascha, der ein Freund des dritten Opfers war, nicht mehr an einen Zufall glauben. Er wendet sich an seine Mutter, die als Polizistin an den Selbstmordfällen arbeitet und berichtet ihr von seinem Verdacht. Da diese ihn jedoch nicht ernst nimmt, beschließt er, gemeinsam mit seiner Freundin Joy, eigene Ermittlungen aufzunehmen. Doch was die beiden durch diese erfahren, hätten sie niemals für möglich gehalten...

„Hast du’s schon gehört, Schmidti?“
Jan kam schnurstracks auf Sascha zu. Aber er schien keinen seiner üblichen Sprüche ablassen zu wollen. Sein Gesicht war ernst wie bei einer Beerdigung.
„Was?“, fragte Sascha.
„Von unserer Schule hat sich jemand umgebracht.“ Er grinste kurz in seine Betroffenheitsmiene hinein.“Leider keiner von den Lehrern.“
Sascha blieb stehen. Da war sie wieder: die Angst.
„Und wer?“
„Keine Ahnung. Eine aus der 10a, glaub ich.“
10a. Das war Natalies Klasse.
„Ein Mädchen?“
„Glaub schon. So eine von den Stillen. Hast du zufällig Mathe gemacht?“
Natalie! Der erste Gedanke. Es ist Natalie!
Sascha ließ die Träger seines Rucksacks von den Schultern rutschen. Mechanisch schnürte er ihn auf, griff hinein, zog ein Heft heraus hielt es Jan hin.
„Ey, Alter, was ist denn mit dir? Du zitterst ja wie ‘n Junkie auf Entzug.“
Sascha antwortete nicht und ging an Jan vorbei Richtung Schuleingang. Erst langsam, dann immer schneller. Wie ein Roboter. Ein Roboter, der panische Angst hatte.

Die Tür zum Klassenzimmer der 10a war zu. Drei Minuten vor dem zweiten Läuten. Hatte das was zu bedeuten? Sascha blieb stehen, atmete tief durch. Sein Herz hämmerte wie wild.

(S. 58)

Selbstmorde aus Liebe

Andreas Götz schreibt in seinem Jugendthriller über eine schwierige Freundschaft, dunkle Geheimnisse und skrupellose Morde.

„Wir sehen uns auf der anderen Seite“, ist der letzte Satz, den Sarah von ihm hört. Kurz bevor sie das Gemisch aus Zyankali und Cola trinkt. Sie hat Angst, dass es wehtun wird, aber er beruhigt sie. Im Tod vereint zu sein, sei das bisschen Schmerzen wert, säuselt er. Sie glaubt ihm, bis das kalte Gift ihre Kehle hinab läuft. Er jedoch stellt sein Glas weg ohne zu trinken und sieht ihr beim Sterben zu.

So beginnt der Jugendthriller „Stirb leise, mein Engel“ von Andreas Götz. Drei Selbstmorde in einem Sommer, drei jugendliche Mädchen, die in therapeutischer Behandlung waren, drei Abschiedsbriefe – die Sache scheint klar.

Nicht für Sascha, dessen Vater vor einem Jahr erschossen wurde, weshalb er bis heute unter Panikattacken und Albträumen leidet und bei dem Therapeuten Dr. Androsch in Behandlung ist. Sascha kannte Natalie, das Mädchen, das sich als letztes das Leben nahm. Er traf sie ein paarmal und war dabei, sich in sie zu verlieben. Er kann nicht fassen, dass sie sich so plötzlich freiwillig das Leben nimmt. Erst seitdem sie diesen neuen Freund hat, hat sie sich verändert.

Als dann ein Mord an einer Siebzehnjährigen ebenfalls mit Zyankali verübt wird, glaubt Sascha nicht mehr an einen Zufall.

Er berichtet Joy, seiner neuen besten Freundin die vor Kurzem in die Nachbarwohnung gezogen ist, von seinem Verdacht. Die beiden beschließen, den Todesfällen auf den Grund zu gehen. Sie beginnen, die Hinterbliebenen zu befragen und entdecken bald, dass die Mädchen sich nicht alleine umgebracht haben. Alle hatten in den Wochen vor ihrem Tod Kontakt zu einem neuen Freund – Tristan – der irgendwie in die Selbstmorde verwickelt zu sein scheint. Außerdem waren alle vier ebenfalls bei Dr. Androsch in Behandlung. Ob dieser etwas mit den Geschehnissen zu tun hat? Den entscheidenden Hinweis bekommt Sascha von einer ehemaligen Freundin von Natalie. Aber auch diese ist sehr geheimnisvoll und Joy traut ihr nicht.

In packender Weise versteht es Andreas Götz, diesen Thriller zu erzählen. Seine Sprache ist auch für jugendliche Leser leicht verständlich und die Themen Freundschaft, Liebe, der Wunsch dazuzugehören und Auseinandersetzungen mit den Eltern dürften jeden Jugendlichen interessieren. Die Charaktere sind facettenreich beschrieben, so dass die Leser sich gut mit ihnen identifizieren können. Die Geschichte über die Suche nach dem Mörder ist spannend und ziemlich realitätsnah. „Stirb leise, mein Engel“ ist ein Roman, der es schaffen kann, auch Lesemuffel in seinen Bann zu ziehen und für Bücher zu begeistern.

Aufgrund der Spannung und der Figuren und Situationen, die für jugendliche Leser und Leserinnen Identifikationspotenzial bieten, ist das Buch sowohl für die private Lektüre, die freie Lektüre im schulischen Kontext als auch als Klassenlektüre geeignet.