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Buchcover Kenneth B. Andersen: Antboy. Der Biss der Ameise

Rezension von Eva Maus

Pelle Blöhman ist elf Jahre alt und wäre liebend gern jemand ganz anderes. Übergewichtig, mit dicker Brille und immer etwas zu schlagfertig ist er regelmäßig das Opfer von gemeinen Übergriffen. Die Terror-Zwilling nehmen sich Pelle regelmäßig vor und auch sein Sportlehrer hat es eindeutig auf ihn abgesehen. Nach einem ganz besonders deprimierenden Tag wendet sich jedoch das Blatt, als Pelle von einer Ameise gebissen wird, die zuvor versehentlich in die Mikrowelle geraten war...

BuchtitelAntboy – Der Biss der Ameise
AutorKenneth B. Andersen; mit Illustrationen von Barbara Scholz (aus dem Dänischen übersetzt von Maike Dörries)
GenreFantastischer Realismus
Lesealter8+
Umfang176 Seiten
VerlagCarlsen
ISBN978-3-551-55559-5
Preis6,99€

Pelle Blöhman ist elf Jahre alt und wäre liebend gern jemand ganz anderes. Übergewichtig, mit dicker Brille und immer etwas zu schlagfertig ist er regelmäßig das Opfer von gemeinen Übergriffen. Die Terror-Zwilling nehmen sich Pelle regelmäßig vor und auch sein Sportlehrer hat es eindeutig auf ihn abgesehen. Nach einem ganz besonders deprimierenden Tag wendet sich jedoch das Blatt, als Pelle von einer Ameise gebissen wird, die zuvor versehentlich in die Mikrowelle geraten war. Pelle wird plötzlich krank. Als er wieder klar denken kann, hat sich einiges verändert: Er ist schnell, stark und wenn er beim Pinkeln danebenspritzt, ätzt das Löcher in den Badvorleger. Kurz: Er hat die Fähigkeiten einer Ameise. In der Schule kann er sich so endlich an seinen Peinigern rächen und sogar andere Schüler beschützen. Ein cooler Name und ein zusammengebasteltes Kostüm sind schnell zur Hand und so hat die Stadt einen neuen Superhelden: Antboy.
Leider ist es gar nicht so leicht, ein Superheld zu sein, wie Pelle bald feststellen muss. Eine Freundschaft zu dem unsicheren Wilhelm muss angesichts der großen Aufgaben für Antboy warten, aber diese Aufgaben zu finden, ist schwerer als gedacht.

Spiderman und Batman kennt jeder. Antboy dagegen ist neu – und er ist anders.

Pelle Blöhman alias Antboy ist freundlich, sympathisch, witzig und Realist. Entwaffnend ehrlich schildert er sein Dasein als „Hackküken“. Wenn er nicht zur Schule gehen kann, hat er ein schlechtes Gewissen, weil sich die Terror-Zwillinge dann an anderen Kindern auslassen. Er ist dick und unsportlich. Darüber wird er aber weder weinerlich noch bösartig. Pelle Blöhman weiß, wer er ist und wächst dem Leser schnell ans Herz. Umso größer ist dann die Genugtuung (auch beim Leser), wenn Pelle zu Antboy wird und den fiesen Sportlehrer sowie die gemeinen Mitschüler mit seinen neuen Fähigkeiten überraschen kann.

Obwohl der fantastische Ameisenbiss und Pelles unglaublichen neuen Kräfte im Mittelpunkt des Buches stehen, bleibt es darüber hinaus sehr realistisch. Dadurch bezieht Antboy zum Teil seine Komik, beispielsweise wenn Pelle sich an den bekannten Superhelden-Comics orientiert und an der praktischen Umsetzung seines Heldendaseins zu scheitern droht. Pelle schildert die durch und durch kindgerechte Geschichte als Ich-Erzähler und lässt die Leser sein Schwanken zwischen dem Superheldendasein mit all seinen Unsicherheiten und seiner inneren Zerrissenheit miterleben.

Der rasante Aufstieg vom „Hackküken“ zum Helden, der auf dem Kirchturm über die Stadt wacht, kann gleichermaßen als Mut-Mach-Geschichte für Außenseiter gelesen werden als auch einfach als phasenweise spannende und immer lustige, fantastische Abenteuergeschichte. Die Unterteilung in 25 Kapitel, die altersgerechte Schriftgröße und die zahlreichen liebenswerten Illustrationen sorgen dafür, dass auch ungeübte Leser der Zugang zu der Geschichte erleichtert wird. Die trockene und trotzdem authentisch-kindliche Erzählweise tut dann ihr Übriges, um junge (und ältere) Leser für das Buch zu begeistern.

Antboy parodiert klassische Superheldengeschichten und spricht Themen um Mobbing und Freundschaft an. Vor allem aber macht das Buch richtig Spaß!

Als Privatlektüre ist Antboy auch für solche Leser zu empfehlen, die sonst wenig mit Fantastik anfangen können. Insbesondere solche Kinder, die es in der Schule nicht leicht haben, werden gern in Pelles Haut schlüpfen und im Alltag wie auch im Kampf gegen die echten Bösewichte trumphieren.

Ähnlich sinnvoll kann der Einsatz des Buches auch in der Schule als Klassenlektüre oder in freien Leseformaten ab der vierten Klasse sein, wenn Mobbing oder Diskriminierung thematisiert werden sollen. Jenseits dieses Lernpotentials lohnt sich  die Lektüre des Buches aber auch einfach, weil es so viel Spaß macht, seinem einnehmenden Protagonisten zu folgen und über seine Erlebnisse zu schmunzeln.

Kreative Zugänge bieten sich bei der Beschäftigung mit dem Buch an. Schülerinnen und Schüler könnten beispielsweise  überlegen, von welchem Tier sie gern Fähigkeiten übertragen bekommen würden. Ziehen die Schülerinnen und Schüler, wie Pelle, Fachbücher über die entsprechenden Tiere heran, ist hier auch ein fächerübergreifender Unterricht lohnend. Dazu ließen sich ein passender Name und ein Superheldenoutfit entwerfen. Weiterführend könnte mit der Frage gearbeitet werden, was jeder einzelne mit Superkräften anstellen würde. Zudem lädt die Geschichte zum Weitererzählen von Antboys Abenteuern ein.

Zudem kann die Verfilmung von 2013, die allerdings deutlich von der Handlung des Buches abweicht, zur Lektüre von Antboy motivieren oder bei der Bearbeitung des Buches im Unterricht (beispielsweise zum Vergleichen mit dem Buch) genutzt werden.