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Buchcover Tom Angleberger: Darth Paper schlägt zurück

Rezension von Eva Maus

Nachdem das letzte Schuljahr so gut endete, startet das neue katastrophal. Der ziemlich verrückte Außenseiter Dwight hat noch immer seine Origami-Fingerpuppe, die aussieht wie Yoda aus Star Wars. Doch nachdem eine seiner rätselhaften Äußerungen als Drohung aufgefasst wurde, sind beide vom Unterricht suspendiert. Noch schlimmer: Dwight soll in ein Heim für schwer erziehbare Kinder geschickt werden...

BuchtitelDarth Paper schlägt zurück
AutorTom Angleberger (übersetzt von Dietmar Schmidt)
GenreHumor & Comedy
Comedy
Lesealter8+
Umfang160 Seiten
Edition1
VerlagBaumhaus
ISBN978-3-8432-1072-0
Preis7,99 €

Nachdem das letzte Schuljahr so gut endete, startet das neue katastrophal. Der ziemlich verrückte Außenseiter Dwight hat noch immer seine Origami-Fingerpuppe, die aussieht wie Yoda aus Star Wars. Doch nachdem eine seiner rätselhaften Äußerungen als Drohung aufgefasst wurde, sind beide vom Unterricht suspendiert.
Noch schlimmer: Dwight soll in ein Heim für schwer erziehbare Kinder geschickt werden. Das wollen und können Tommy und seine Freunde nicht hinnehmen, denn Origami-Yodas Ratschläge haben ihnen im letzten Jahr sehr geholfen und seitdem er weg ist, passiert ein Schlamassel nach dem anderen. Schuld daran ist vor allem Harvey mit seiner bösartigen Darth Vader-Fingerpuppe.

Tommy legt eine Akte an, in der alle Fakten zu Dwight, seiner Fingerpuppe und dem, was sie für die Schüler und die Schule getan haben, sammelt. Tatsächlich hat Dwight (oder war es Yoda?) unglaubliche Vorhersagen gemacht, Streithähne versöhnt, Spenden beschafft usw. Tommy hofft, mit seiner Akte den Schulausschuss von Dwights positivem Einfluss zu überzeugen. Doch da sind auch noch Harvey und sein Darth Paper, die alles daran setzen, Origami-Yoda zu besiegen.

Vielleicht ist der Kampf zwischen Origami-Yoda und Darth Paper nicht ganz so actionreich wie zwischen den Star Wars-Originalen …aber er ist sehr viel witziger und wartet mit einem mindestens so überraschend-genialen Ende auf.

Tommy ist entsetzt, als der etwas verrückte Außenseiter Dwight und sein Origami-Yoda von der Schule verwiesen werden sollen. Gemeinsam mit seinen Mitschülern arbeitet er deswegen an einer Akte, die Dwights Qualitäten unter Beweis stellen sollen. Tommys Freund Kellen steuert dazu einfache Kritzeleien bei, die den witzig-authentischen Erzählstil unterstützen. Zudem sind die kurzen Kapitel mit scheinbar zerknittertem Hintergrund und verschiedenen Schriftarten humorvoll gestaltet.
Auch andere Kinder erzählen in dieser ‚Kladde‘ von den tollen Ratschlägen, die sie von Yoda bekommen haben. Lance zum Beispiel hatte das Yoda-Orakel gebeten, ihn bei der Entscheidung für einen Wahlpflichtkurs zu helfen: Soll er lieber Raketen oder Lego-Roboter bauen? Zu seiner Überraschung rät ihm Yoda zum Kurs für „Familien- und Verbraucherwissenschaften“. Auch wenn Lance den Rat nicht versteht, glaubt er an Yoda, hört auf ihn und sitzt nun glücklich in einem Kurs voller Mädchen – inklusive seinem Schwarm Amy, die so endlich auf ihn aufmerksam wird. Angesichts dieser und ähnlicher Geschichten ist der Leser schnell auf der Seite der Dwight-Verteidiger und dürfte den sympathischen und um seinen Freund bemühten Tommy als Identifikationsangebot annehmen.

Harvey hingegen, der schon im ersten Band von Tom Anglebergers Buchreihe an der Echtheit des Yoda-Orakels zweifelt, will endlich beweisen, dass die Fingerpuppe nur ein Papier-Knäuel ist, faltet seinen Darth Paper und versucht Origami-Yoda zu schaden, wo es nur geht. Auch von ihm finden sich Kommentare im Buch. Diese sind gehässig und zielen gegen Dwight. Doch Harveys Motive sind letztlich verständlich und Dwight bzw. Origami-Yoda kann schließlich auch dieses Problem mit Weisheit lösen.

Noch mehr als im ersten Band der Origami-Yoda-Bücher wird in Darth Paper schlägt zurück Dwights (oder Yodas?) Überlegenheit gegenüber Erwachsenen - wie etwa der Schulleiterin - und den anderen Kindern deutlich. Dwights Vorbild ermutigt zu unabhängigem Denken und unkonventionellen Lösungsansätzen. Er vermag es, seine Mitschüler zu mutiger Initiative zu bewegen, Regeln und Hierarchien zu hinterfragen, und hat letztlich wie immer auf rätselhafte Weise Recht und alles im Griff. Die ‚Komik der Befreiung‘ durch das Übertreten von Normen geht dadurch Hand in Hand mit teilweise leichter Überspitzung der anonymen Anzugträger, unwissenden Eltern etc. Gleichzeitig macht es einfach Spaß über die etwas besonderen, aber sehr liebenswerten Jungen und ihre ganz eigene Lebenswelt zu lesen.

Tom Angleberger liefert mit Darth Paper schlägt zurück zum zweiten Mal ein herrliches Origami-Yoda-Buch voller genialer Weisheit und trockenem Humor, dessen Lektüre gleich auf mehreren Ebenen lohnt und trotzdem auch für Leseanfänger und Lesemuffel zu empfehlen ist. Unbedingt lesen!

Wie der erste Teil der Origami-Yoda-Reihe Yoda ich bin! Alles ich weiß! eignet sich auch der zweite Band Darth Paper schlägt zurück gleichermaßen für Bücherwürmer wie für wenig Lesebegeisterte als private Lektüre oder für freie Leseformate in der Schule. Das Buch ist schnell und einfach zu lesen, macht Spaß und bietet Denkanreize, die aufgenommen werden können – aber nicht müssen.

Der zweite Band kann zwar auch ohne Kenntnisse über Star Wars oder den ersten Band der Reihe verstanden werden. Gerade die Lektüre von Yoda ich bin! Alles ich weiß! ist aber zu empfehlen, wenn keine zusätzlichen Informationen über das Phänomen des Yoda-Orakels in der McQuarrie-Mittelschule zugänglich gemacht werden. Auf alle, denen das Buch Lust auf mehr macht, warten dann weitere Fortsetzungen.

Als zusätzlichen Bonus bietet das Buch Bastelanleitungen für den Notfall-Origami-Yoda, der sehr schnell und einfach gefaltet werden kann, ebenso für Darth Paper. Das Basteln mit Tom Anglebergers Ideen ist dabei absolut jungentauglich und auch für ältere Schüler kein bisschen peinlich.
Da die Bücher um Origami-Yoda inzwischen internationale Bestseller sind, stehen zudem diverse Zusatzinformationen im Internet zur Verfügung – von Interviews mit dem Autor, über Blogs, eine gut gepflegte Homepage mit neuen Origami-Anleitungen (origamiyoda.com) bis hin zu kurzen Videos (zum Beispiel www.youtube.com/watch).

Im Rahmen des Literaturdidaktik Hauptseminars von Frank Maria Reifenberg wurde zu Darth Paper schlägt zurück ein Unterrichtsprojekt zur Leseförderung entwickelt. Das Konzept und die Reflexion zum Projekt finden Sie hier.