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Buchcover Steve Cole: Master of Heroes

Rezension von Max Diehm

Der Comic-Fan Stew Penders zieht mit seiner Familie in das alte Haus seines verstorbenen Großvaters, dem berühmten Comic-Zeichner Garry Penders. Nur schwer kann er sich an die neue Umgebung gewöhnen. Bereits in der ersten Nacht kommt es zu unvorhergesehen Ereignissen: Stew macht die Bekanntschaft mit Posho Pig, einem Schwein mit Schnurrbart, Frack und Zylinder, das einem Comic seines Großvaters entsprungen und zum Leben erwacht ist...

BuchtitelMaster of Heroes
AutorSteve Cole (übersetzt von Clarissa A. Novak)
GenreComic & Graphic Novel
Lesealter10+
Umfang309 Seiten
Edition1. Auflage, 2014
VerlagLoewe
ISBN978-3-7855-8049-3
Preis8,95 € (D); 9,20 € (A)

Der Comic-Fan Stew Penders zieht mit seiner Familie in das alte Haus seines verstorbenen Großvaters, dem berühmten Comic-Zeichner Garry Penders. Nur schwer kann er sich an die neue Umgebung gewöhnen. Bereits in der ersten Nacht kommt es zu unvorhergesehen Ereignissen: Stew macht die Bekanntschaft mit Posho Pig, einem Schwein mit Schnurrbart, Frack und Zylinder, das einem Comic seines Großvaters entsprungen und zum Leben erwacht ist. Posho, der sich auf dem Dachboden häuslich eingerichtet hatte, eröffnet Stew die Geheimnisse um Merlin den Zauberer, der vor langer Zeit magisches Zeichenmaterial im Garten des Hauses versteckt hatte, um durch dieses Kontakt zu Stews Großvater aufzunehmen. Dieser sollte Merlin mit Hilfe seiner Zeichenkunst aus den Fängen der bösen Zauberin Viviane befreien, was er jedoch erschrocken ablehnte und sich gänzlich vom Zeichnen verabschiedete. Stew übernimmt daraufhin die Aufgabe seines Großvaters und zeichnet mittelalterliche Superhelden, die Merlin aus seiner misslichen Lage befreien sollen, was jedoch scheitert. Daraufhin beschließt Stew, sich mit Hilfe von Merlins magischem Pergament selbst in den von ihm entworfenen Stupendous Man zu verwandeln und mit Posho zusammen den Zauberer aus seinem Gefängnis zu befreien. Gemeinsamen können sie die gefährlichen Hindernisse der listigen Viviane überwinden und Merlin befreien. Mit dem bestandenen Abenteuer gewinnt Stew an Selbstvertrauen und kann zuversichtlich in seine eigene Zukunft blicken.

Die Leseprobe zu "Master of Heroes" von Steve Cole finden Sie hier.

Die Geschichte um Comic-Fan Stew Penders vereint mehrere Genres in sich, die in der Kombination ein neues Ganzes ergeben. Die Wünsche und Sorgen eines „eigentlich ganz normalen Teenagers“ verbinden sich mit den fantastischen Geschichten um Merlin den Zauberer, wodurch Bezüge zur mittelalterlichen Artus-Epik hergestellt werden. Das mittelalterliche aventiure-Motiv wird in die Neuzeit übersetzt und der Ritter mit dem zeitgenössischen Superhelden der Fantasyaction verbunden.

Man sollte bei Master of Heroes von einem Bildroman sprechen, bei dem der Text dominiert und die Zeichnungen in unterschiedlichster Weise eingesetzt werden. Mal sind sie schmückendes Beiwerk, illustrieren das Erzählte oder ersetzen dieses. Unterstützend begleiten die Bilder die Handlung und machen sie visuell nachvollziehbar. Text und Bild fügen sich natürlich ineinander, wobei Illustrator Jim Field mit unterschiedlichen Zeichenstilen spielt, die verschiedenen Charakteren der Erzählung zugeschrieben werden und so deren Persönlichkeit unterstreichen. Geschickt wird die Gattung Comic in Text und Bild produktionsästhetisch reflektiert und mit dem Thema Autorschaft gespielt. Das Zeichnen von Comics ist selbst zentrales Thema, was Master of Heroes zu einem Comic-Roman und einem Roman über Comics zugleich macht.

Der Protagonist bietet speziell für Jungen reichlich Möglichkeit zur Identifikation. Sein Leben in einer Familie mit gestressten Eltern und nerviger kleiner Schwester dürfte vielen jugendlichen Lesern so vertraut sein, wie die Angst vor einer neuen Schule und davor, neue Freunde finden zu müssen. Der unsichere Stew wächst mit den Aufgaben, die ihm gestellt werden und er verwandelt sich für kurze Zeit in den Superhelden, der er immer sein wollte – der sagenhafte Stupendous Man. Das Abenteuer macht ihn reifer und selbstbewusster. Stew präsentiert als Ich-Erzähler seine eigene Heldengschichte mit einem gehörigen Maß an Komik und geistreichen Querverweisen.

Autor Steve Cole und Illustrator Jim Field schaffen einen spannenden, unterhaltsamen und abwechslungsreichen Comic-Roman, der mit Witz und zahlreichen Bezügen zur Welt der Comics das Genre als solches thematisiert und jungen Lesern so auf neue Weise zugänglich macht.

Master of Heroes ist dank seiner einfachen Sprache, seiner großen Schrift und seiner überschaubaren Kapitel auch für ungeübte Leser gut verständlich und für die private Lektüre überaus empfehlenswert. Die liebevolle und abwechslungsreiche Gestaltung wird gerade Lesemuffeln den Zugang zur Literatur erleichtern. Durch die Darstellung des Comic-Zeichnens lädt der Roman seine Leser dazu ein, selbst zu Papier und Bleistift zu greifen, wodurch er sich nicht zuletzt auch für den Schulunterricht eignen würde. Denkbar wäre beispielweise ein fächerübergreifendes Projekt zwischen dem Deutsch- und Kunstunterricht, wobei die Schüler selbst kreativ werden können. 

Multimedia: Achtung: Der gleichnamige Actionfilm (Regie: Timothy Brown) hat mit dem Comic nichts zu tun – und ist zudem für Jugendliche nicht freigegeben (FSK 18).