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Buchcover Brian Katcher: Ana und Zak

Rezension von Tanja Hattermann

Games, Geeks, schräge Kostüme und spektakuläre Schlachten – das ist die Welt von Zak. Auf der Sci-Fi-Comic-Convention in Seattle begibt er sich zusammen mit Ana auf eine abenteuerliche Mission. Brian Katchers „Ana & Zak“  ist ein temporeicher Roman, der auf originelle Weise Spannung und Witz mit einer zarten Liebesgeschichte im Cosplayer-Milieu vereint.

BuchtitelAna & Zak
AutorBrian Katcher
GenreHumor & Comedy
Coming of Age
Lesealter14+
Umfang320
Verlagdtv
ISBN978-3-423-65025-0
Preis14,95
Erscheinungsjahr2017

Der einzige Lichtblick im Leben des chaotisch-unbekümmerten Teenagers Zak ist die jährlich stattfindende Sci-Fi-Convention. Doch die Vorfreude auf das heiß geliebte Event wird durch eine Verkettung unglücklicher Umstände getrübt. Von seiner Lehrerin kurzerhand als Ersatzspieler für die Schulmannschaft zwangsverpflichtet, muss Zak ausgerechnet an dem Wochenende der Con beim Quiz-Bowl-Turnier antreten. Dort trifft  er auf seinen Schwarm Ana, ein ehrgeiziges, strebsames Mädchen, das für ihn unerreichbar erscheint. Als Anas jüngerer Bruder Clayton heimlich aus dem Hotel verschwindet, um an der Convention teilzunehmen, wendet sich aber das Blatt und Ana und Zak heften sich gemeinsam an seine Fersen. Auf der Suche nach Clayton durchleben die beiden eine turbulente Nacht voller Missgeschicke, Abenteuer und Überraschungen.

Eine Leseprobe kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.

Mit der Szenerie der Sci-Fi-Comic-Convention wird in „Ana und Zak“ ein überaus faszinierender Aspekt populärer Jugendkultur aufgegriffen. Katcher gelingt es, spannende Unterhaltung vor dem Hintergrund eines spektakulären Events mit durchaus ernsten Themen zu verknüpfen, ohne dabei jemals den locker-leichten Erzählton zu verlieren. Dadurch entwickelt der Roman eine ganz eigene Dynamik und trifft mit seinem ungewöhnlichen Genre-Mix (Lovestory, Abenteuerroman, Anti-Heldengeschichte) den Nerv der jungen Leserschaft.

Die differenzierte Figurengestaltung ist ein weiteres großes Plus: Ana und „Duke“ alias Zak sind interessante, liebenswerte und leicht verschrobene Protagonisten mit hohem Identifikationspotenzial. Eigentlich sind der nerdige Anti-Held und die ambitionierte Überfliegerin grundverschieden, doch eine Gemeinsamkeit teilen sie: Beide gehen ausgefallenen  Hobbys nach. Während Ana sich im Bogenschießen übt sowie Debattierclub und Quiz-Bowl-Team anführt, um ihre künftigen Karrierechancen zu optimieren, liebt Zak Kartenspiele über alles und lässt keine Convention aus.

Der Roman punktet - neben actionreichen Sequenzen und komisch-witzigen Passagen - damit, dass er quasi nebenbei eine Fülle typischer Alltagsprobleme von Teenagern in den Blick nimmt und auf diese Weise vielfältige Identifikationsmöglichkeiten für jugendliche Leser eröffnet. Zudem ist das Buch von Situationskomik, selbstironischen Kommentaren und witzig-skurrilen Dialogen durchzogen. Dies macht in Kombination mit dem originellen Schauplatz und der raffiniert angelegten Erzählkonstruktion den hohen Unterhaltungsgrad von „Ana und Zak“ aus. Stellenweise wirkt die Handlungsstruktur allerdings leicht überfrachtet. Doch auch wenn die Kidnapping-Szene vor dem finalen Showdown auf den ersten Blick überzogen anmuten mag, fügt sie sich doch stimmig in das bizarre Gesamtsetting der Sci-Fi-Convention ein.

Die kurzen, übersichtlichen Kapitel sowie der in weiten Teilen umgangssprachlich geprägte Sprachstil erleichtern auch ungeübten Lesern die Lektüre. Vereinzelte Anspielungen auf Filme, Computerspiele usw. stören den Lesefluss nicht. Vorwissen über die Cosplayer-Szene ist für einen ungetrübten Lesegenuss nicht unbedingt erforderlich, da die wesentlichen Informationen über einschlägige Abläufe und Rituale geschickt in die Handlung integriert werden.

Die Cover-Gestaltung wird Jungen als potenzielle Leser trotz blauer Hintergrundfarbe nur bedingt ansprechen, da durch Herzen und rote Schrift zunächst die Assoziation eines (reinen) Liebesromans hervorgerufen wird. Das Labyrinth inklusive der Protagonisten als Spielfiguren kann diesem Eindruck allerdings u.U. entgegenwirken und auch bei Jungen Neugier wecken.

Fazit:  Dieser Roman verspricht ein witziges Lesevergnügen mit Tiefgang, nicht nur für Anhänger der Cosplayer-Szene.
 

Der Roman empfiehlt sich in erster Linie als Freizeitlektüre, geeignet ist das Buch aber ebenfalls für freie Lesezeiten bzw. Vielleseprogramme im schulischen Kontext. Da die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive der beiden Protagonisten erzählt wird, spricht der Roman Jungen wie Mädchen in gleichem Maße an und kann im Rahmen leseanimierender Verfahren zum Einsatz kommen, z.B. als Bestandteil von Bücherkisten oder Klassenbibliotheken. Obwohl durchaus einige universelle Themen (familiäre Konflikte, Umgang mit Verlust, Identitätsfindung) angeschnitten werden, bietet sich das Buch aufgrund der speziellen Thematik nur bedingt als gemeinsame Unterrichtslektüre an.