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Buchcover Chris Bradford: Das letzte Level

Rezension von Frank Münschke

Der jugendliche Scott lebt in einer dystopischen Zukunftswelt, in der viele Erwachsene bereits durch einen Killervirus getötet wurden. Als er einen der begehrten Plätze in einem Waisenhaus für Computerspieler ergattert, stellt er allerdings schnell fest, dass dort die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verschwimmen – und er um sein Leben fürchten muss. Der Roman ist ein klassischer Pageturner, der sich aufgrund des Computerspiel-Settings, der durchgängigen Spannung, der einfachen Sprache und des überschaubaren Umfangs perfekt für lesefaule Jungs eignet.

BuchtitelDas letzte Level
AutorJohn Boyne
GenreAbenteuer
Science Fiction
Lesealter12+
Umfang96
Verlagdtv short
ISBN978-3423717304
Preis5,95
Erscheinungsjahr2017

Chris Bradfords Kurzroman spielt in der Zukunft (nach 2030) und handelt von dem Waisenjungen Scott, der wie viele andere Kinder und Jugendliche auf der Straße lebt und ums tägliche Überleben kämpft. Doch es gibt einen Weg heraus aus dem harten Alltag: Der mächtige Spieleentwickler Vince Powers gibt talentierten Straßenkindern die Chance, in sein Waisenhaus für Computerspieler zu ziehen. Scott ist sehr talentiert und geht aus einer Bewerbungs-Battle als Sieger des Kampfspiels Virtual Kombat hervor – dabei setzt er sich gegen den Ganganführer Shark durch, der ihm zuvor in der realen Welt das Leben schwermachte.   

In dem Waisenhaus ist alles hochmodern und gut organisiert. Scotts Aufgabe besteht darin, Virtual Kombat zu spielen und Neuerungen zu testen. Dabei freundet er sich auch mit zwei Jugendlichen an – mit Kat-Ana und einem Jungen, der sich nur noch Roter Ninja nennt.

Scott stellt allerdings schnell fest, dass es eine Folgeversion des Spiels gibt, in dem die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt verschwimmen. Und auch ansonsten wird der Alltag für Scott immer gefährlicher: Shark ist mittlerweile im Internat und trachtet Scott nach dem Leben. Doch Scott hat scheinbar Glück und wird zu einem Elite-Gamer – er kommt in ein Spezialprojekt, das sich in einem abgesicherten Bereich des Internats befindet. Hier geht es nun tatsächlich um Leben und Tod. Kat-Anna stirbt bei einem Kampf. Scott gelingt mit viel Glück und Geschick die Flucht und er setzt sich zum Ziel, die Menschheit zu warnen und Vince Powers zu bekämpfen.

Eine Leseprobe kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.

„Das letzte Level“ zieht den Leser von der ersten Seite in seinen Bann. Das hat mehrere Gründe: Der Protagonist und Ich-Erzähler Scott ist eine starke und aktive Figur, die moralisch nachvollziehbar handelt und mit der sich der jugendliche Leser sofort identifizieren kann. Der Weg des Helden ist allerdings steinig und von Beginn an muss er lebensbedrohliche Situationen meistern. Auf der Straße einer dystopischen und namenlosen Großstadt wird er von Shark und seiner Gang gejagt und entkommt ihnen nur knapp. Ohnehin kann sich Scott und auch der Leser nie sicher sein, denn hinter jeder Straßenecke und auf jeder neuen Buchseite lauert Gefahr. Das sorgt durchgängig für Spannung und Herzrasen. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Antagonisten, also Shark und der übermächtige Vince Powers (der Mastermind hinter dem Spiel Virtual Kombat), eher oberflächlich gezeichnet sind.

Der Roman überzeugt auch durch sein Computerspiel-Setting und spricht dadurch gerade Jungs an, die sich weniger mit dem Medium Buch und stattdessen lieber mit Computerspielen beschäftigen – in „Das letzte Level“ bekommen sie beides. Gerade wenn sich ein Leser regelmäßig in virtuellen Welten aufhält, kann er sich sehr gut in die von Bradford erschaffene Welt hineinversetzen.  

Ein weiterer Pluspunkt ist der überschaubare Umfang: Der Text ist in der Reihe „dtv short“ erschienen und auf gerade einmal 96 Seiten entwickelt sich eine dynamische und abwechslungsreiche Handlung, für die andere Autoren deutlich länger benötigen. Das hat auch mit der einfachen und temporeichen Sprache zu tun, die der Autor verwendet.

Das Buch weist gewisse Gewaltdarstellungen auf, gerade wenn die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verwischen und sich Scott mehreren Kämpfen stellen muss. Hierbei geht es durchaus drastisch zu, daher ist das Buch vor allem für Leser ab 13 Jahren geeignet.

Chris Bradford gelingt mit „Das letzte Level“ ein absoluter Volltreffer für lesefaule Jungs, der spannungsgeladene Roman hat das Potential, das Interesse an Literatur zu wecken oder neu zu entfachen.  

Anhand des Textes bietet sich ein Medienvergleich zwischen Literatur und Computerspielen an. Der Kurzroman weist auf den ersten Blick sehr viele Parallelen zu klassischen Bildschirmspielen auf (gerade zu Kampfspielen), was im Unterricht in unterschiedlicher Form thematisiert und hinterfragt werden kann.