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Buchcover Jochen Till: Luzifer junior – Band 1: Zu gut für die Hölle

Rezension von Heidi Haunerdinger

Luzie, der Sohn des Teufels, wird nach "Oben" ins Internat Sankt Fidibus zum Praktikum verbannt, wo er das Böse-Sein richtig gut lernen soll. Als Außenseiter in einem Schulheim zu landen, mag ja nichts Besonderes sein. Aber als der Sprössling des Leibhaftigen dort ankommt, gerät einiges durcheinander. Dieser kreative und humorvolle Auftakt zu einer wahrlich teuflischen Geschichte wird viele Jungs aufs Beste unterhalten.

BuchtitelLuzifer junior - Zu gut für die Holle
AutorJochen Till (mit Illustrationen von Raimund Frey)
GenreHumor & Comedy
Lesealter10+
Umfang218
VerlagLoewe
ISBN978-3-7855-8366-1
Preis12,95
Erscheinungsjahr2017

Luzifer Junior, der Sohn des leibhaftigen Teufels, hat ein viel zu weiches Herz, was seinem Vater sehr missfällt. Deshalb wird im Höllenrat beschlossen, dass Luzie zu den Menschen geschickt werden soll, um in einem Inter-nat das Leben dieser Spezies kennenzulernen. Die Entscheidung ist gefaßt und Luzie wird auf die Erde nach St. Fidibus geschickt. Dort angekommen, muss sich Vitus alias Luzie an das Mensch-Sein und an den Alltag in einem Internat gewöhnen. Er gewinnt zwar schnell Freunde, aber es gelingt ihm nicht wirklich, böse zu sein. Um sich durchzusetzen und gegen Mobbingangriffe zu schützen, nutzt er sein Handbuch für junge Dämonen. Was natürlich für Turbulenzen im Internatsalltag sorgt. Nach einem Treppensturz mit gebrochenem Arm möchte ihn sein Höllenvater wieder zurückholen. Doch Luzie überzeugt ihn, dass es ihm auf der Erde gut gefällt und er bleiben will. Er darf weiter bei den Sterblichen leben und wartet auf ein neues Abenteuer in Teil 2.

Eine Leseprobe kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.

Wie stellt man sich die Hölle vor? Heiß, stinkend und trostlos? Jochen Tills"Luzifer junior, Zu gut für die Hölle" beschreibt das Treiben in der Unterwelt mitsamt seiner Bewohner als gut organisierte Firma, regiert und dirigiert vom Teufel. Dieser ist hauptsächlich mit Bestrafen und Quälen von Leuten, die in der Hölle inhaftiert sind, beschäftigt. Die Drecksarbeit allerdings läßt er von seinen Angestellten erledigen. Luzifer, Ich-Erzähler und Sohn des Teufels, beschreibt die einzelnen Zuständigkeiten der Schattenwelt und wie schwer es ihm fällt, die Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen. Das wiederum mißfällt seinem Vater und der Höllenfürst beschließt, den Sohn für die Nachfolge im Teufelsreich zu instruieren. Luzifer soll nach oben und in der Menschenwelt lernen, richtig böse zu werden. Dort angekommen, begegnet Luzifer außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die wie er, etwas Besonderes sind. Gemeinsam sind sie stark genug,um sich den Gemeinheiten der anderen Mitschüler zu widersetzen.

Jochen Till schafft es, dass sich der Leser, indem er ihm Einblicke in Luzifers Gedankenwelt gibt, sich mit dem Teufelsjungen identifizieren kann.Der sympathische Protagonist, der auf der einen Seite willens ist, dem Vater zu gefallen, besticht durch seine Feingefühl und seine Unverkrampftheit, Probleme anzugehen. Auf der anderen Seite macht sich Luzifer viele Gedanken über die Absurditäten, wie und warum die armen Seelen in der Hölle bestraft werden.

Im Internat St. Fidibus, in das er auf Wunsch seines Onkels Gabriel hin verfrachtet wird, macht Luzi erstmalig die Erfahrung, ein Mensch zu sein. Er empfindet Gefühle und Bedürfnisse. Hunger und Schmerz sind nur zwei davon.Die Erfahrung, wie gut Schokolade schmeckt, tröstet ihn über manch unangenehmes Erlebnis hinweg. Dass Freunde wichtig sind und man zusammen mehr erreicht, ist eine Erkenntnis, die Luzi sicher mit vielen Lesern teilen wird. Freundschaft zu erfahren, zueinander halten und gemeinsam Spaß zu haben, sind die wichtigsten Botschaften des Buches.

Jochen Till`s humorvolle und einfallsreiche Erzählweise hat das Potential viele Leser zu begeistern, egal ob leseerfahren oder noch nicht ganz so geübt. Die Comic-Panels, toll illustriert von Raimund Frey, lockern das Textbild immer wieder auf und garantieren ein kurzweiliges Lesevergnügen. Mit dem ersten Teil dieser als Trilogie angelegten Serie ist dem Autor ein lustiger und phantasievoller Start gelungen.

Übrigens hat der Loewe-Verlag im Internet eine eigene Seite zu dem Buch erstellt. Fragen zum Text, Zusatzinformationen und Spielideen werden dort angeboten.

Der Comic-Roman von Jochen Till eignet sich für Jungen, die viel lesen. Ebenso finden ungeübtere Leser durch die einfache Sprache und die angenehm-humorvolle Erzählweise Zugang zu der Geschichte. Es ist sicher ein gute Investition einen Klassensatz dieses Titels für die Schule zu kaufen. Der Text bietet auf alle Fälle Gesprächsstoff für gemeinsame Gespräche (Was bedeutet Hölle, Thema Mobbing , Freundschaft, Identifikation)

Im Unterricht könnte der Text von Jochen Till ebenfalls eingesetzt werden. „Luzifer junior“ bietet einige thematische Anknüpfungspunkte zum Alltag der Kinder (Mobbing, Freundschaft usw.).