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Buchcover David Vlietstra: Willy Bumm: Mission Goldtransport

Rezension von Nadine Reinhold

Oma Bumm ist tot und hinterlässt der Familie 36 Goldmünzen. 12 davon muss Willy Bumm zu seiner Schwester nach Reno bringen. Und schon steckt er mitten in einem Wild-West-Abenteuer mit Indianern, Räubern, Barmännern, Duellen und einem mysteriösen Goldfinder, der ihm nichts Gutes will. Von der ersten bis zur letzten Seite ein spannendes und toll illustriertes Wild-West-Leseabenteuer für Jungs.

BuchtitelWilly Bumm: Mission Geldtransport
AutorDavid Vlietstra (mit Illustrationen von Chris Vosters)
GenreAbenteuer
Lesealter8+
Umfang151
VerlagRowohl Taschenbuch
ISBN978-3-499-21778-4
Preis9,99
Erscheinungsjahr2017

Oma Bumm ist verstorben und hat ihrem Sohn und dessen Familie 36 Goldmünzen hinterlassen. Willy, das jüngste Enkelkind, soll zwölf Goldmünzen zu seiner älteren Schwester Milly bringen, die mit ihrer Familie im weit entfernten Reno lebt. Willy wird für den Goldtransport ausgewählt, da niemand einen so wertvollen Goldschatz bei einem zehnjährigen Jungen vermuten würde und sein älterer Bruder Billy bereits in einem anderen Abenteuer zu Berühmtheit gelangt ist. Die zwölf Goldmünzen näht Willys Mutter an sein Unterhemd, so fallen sie am wenigsten auf. Und schon sitzt Willy im Zug und macht sich auf eine Reise, auf der er sehr viele unterschiedliche Menschen kennenlernt. Menschen, die es gut mit ihm meinen und ihm helfen, wie der Indianer Wahanassatta oder der Barmann Randy. Aber
auch Menschen, die ihm Böses wollen, so wie Bob Womack, der sich selbst als Goldfinder bezeichnet und Willy verfolgt. Doch Willy schafft es - mitsamt den Goldmünzen - bis nach Reno. Bob Womack wird verhaftet und die eine Goldmünze, die Willy zwischendurch sogar das Leben gerettet hat und ihm geblieben ist, schenkt er der Mutter seines besten Freundes, die krank ist und sich damit eine Behandlung bei einem Arzt leisten kann.

Das vorliegende Wild-West-Abenteuer ist ideal für Kinder, die recht gerne lesen. Aber auch Jungs, die nicht gerne oder viel lesen, dürften mit dem Umfang und dem Inhalt der Geschichte gut zurecht kommen. Als private Lektüre ist das Buch durchaus zu empfehlen, da es von Beginn an toll unterhält und die Spannung ab der ersten Seite bis zum Showdown aufrecht gehalten wird. Dieses Buch kann gut in offenen Formen des Unterrichts verwendet werden, es passt zudem perfekt in „Lesespaß-Medienboxen“ von Bibliotheken und kann beispielsweise bei Book Slam®-Veranstaltungen für Grundschüler eingesetzt werden.

Familie Bumm hat geerbt: 36 Goldmünzen! Die hat Oma Bumm hinterlassen. Es ist zwar traurig, dass Oma Bumm verstorben ist, doch es ist auch irgendwie schön, so viel Gold zu besitzen. Aber im Wilden Westen ist das sehr gefährlich, denn Reichtum weckt Neider. Wer soll jetzt der ältesten Tochter Milly, die mit Mann und zwei Töchtern im weit entfernten Reno lebt, ihren Anteil von zwölf Goldmünzen überbringen? Da die Postkutsche häufig überfallen wird, fällt die Wahl auf das jüngste Mitglied der Familie Bumm: Willy! Zehn Jahre alt, ein Kind und damit der perfekte Bote, da unauffällig. Mama Bumm näht zwölf Goldmünzen auf Willys Unterhemd. So hat er sie nah am Körper und sie machen keine verräterischen Geräusche. Rasch verabschiedet sich Willy von seinem besten Freund Patrick und schon sitzt er im Zug Richtung Reno!

Das Wild-West-Abenteuer beginnt. 20 Kapitel hat das Buch und mit jedem Kapitel stolpert Willy in ein neues Abenteuer und begegnet skurrilen Figuren, die auch auf den zweiten Blick nicht wirklich in eine typische Wild-West-Geschichte passen: Der dichtende Dieb, der den Postkutschenfahrer Karl zum Weinen bringt, oder der Indianer Wahanassatta, der ein beschützendes Auge auf Willy hat. Bei einem Duell wird Willy von einer verirrten Kugel getroffen, eine der eingenähten Goldmünzen rettet jedoch sein Leben. Von Beginn an spürt der Leser, wie Goldfinder Bob Womack Willys Gold wittert und dem Zehnjährigen nichts Gutes will. Da Willy ein schlauer Junge mit guten Instinkten ist, spürt auch er die von Bob ausgehende Gefahr und versucht, Begegnungen mit ihm zu vermeiden. Dies führt zu zahlreichen Umwegen und verkompliziert Willys Reise. Bis zum Showdown am Ende in Reno, wo es bei Willys Flucht vor Bob zu einem Schusswechsel kommt.

Willy Bumm hat vor dem Start der Reise verständlicherweise Angst, die Zugfahrt anzutreten. Jedoch möchte er seinen Eltern zeigen, dass er der Reise gewachsen ist. Denn wie sonst soll seine Schwester Milly an ihre zwölf Goldmünzen kommen? Willy ist sehr sympathisch, nett zu seinen Reisebekanntschaften, dennoch wachsam, voller Einfallsreichtum und auf der Hut, weiß er doch, welche Begehrlichkeiten die zwölf Goldmünzen an seinem Körper wecken könnten. Die eine Goldmünze, die bei dem Duell die Kugel abfängt und sein Leben rettet, schenkt er am Ende des Buches der Mutter seines Freundes Patrick. Sie ist schwer erkrankt und kann sich nun die Behandlung bei einem Arzt leisten.

Die Geschichte um Willy Bumm wird von Vlietstra chronologisch erzählt. Zwei graphisch klar abgegrenzte Rückblenden erzählen allerdings davon, wie Willys älterer Bruder Billy zu einer im ganzen Land bekannten Berühmtheit wurde und wie Oma Bumm überhaupt an die Goldmünzen kam, von denen niemand in der Familie wusste. Zwei abgeschlossene kurze Abenteuer, die sehr unterhaltsam einen Blick zurückwerfen und das Buch zusätzlich auflockern.

Das Cover lässt keine Zweifel offen. Ganz klar handelt es sich um eine Wild-West-Geschichte. Dieses Genre ist derzeit nicht mehr ganz so „in“, jedoch werden sicherlich viele Jungs zu diesem Buch greifen. Auch die zahlreichen Schwarz-Weiß-Illustrationen unterstützen die Geschichte hervorragend.