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Buchcover Christian Tielmann: Der Tag, an dem wir Papa umprogrammierten

Rezension von Nadine Reinhold

Die Zwillinge Jolante und Carlo können es nicht fassen: Eine Woche vor ihrem Geburtstag muss ihre Mutter nach Brasilien und sie bleiben bei ihrem sicherheitsfanatischen und übervorsichtigen Vater. Doch durch einen Unfall hat dieser versehentlich einen Doppelgänger-Roboter von sich selbst gebaut. Schnell finden die Zwillinge heraus, wie sie den Roboter-Papa umprogrammieren können – ganz zu ihrem Vorteil. Eine lustig erzählte Geschichte mit tollen Illustrationen, die auch ungeübten Lesern Spaß machen wird.

BuchtitelDer Tag, an dem wir Papa umprogrammierten
AutorChristian Tielmann (mit Illustrationen von Markus Spang)
GenreHumor & Comedy
Comedy
Lesealter8+
Umfang122
Verlagdtv junior
ISBN978-3-423-76187-1
Preis10,95
Erscheinungsjahr2017

Die Zwillinge Jolante und Carlo sind entsetzt: Eine Woche vor ihrem Geburtstag
muss ihre Mutter nach Brasilien. Die Oma hatte einen Schlaganfall und braucht Hilfe. Die  
Kinder bleiben mit ihrem Vater Horst zurück, einem TÜV-Prüfer und übervorsichtigen
Sicherheitsfanatiker, der garantiert dafür sorgen wird, dass die Geschenke einem  
Sicherheitscheck unterzogen und die Partygäste in Schaumstoff gewickelt werden! Dann  
entdecken die beiden zufällig Papas Geheimnis:  Er hat einen Doppelgänger von sich selbst gebaut und ist unterdessen auf Dienstreise. Schnell finden Jolante und Carlo heraus, wie  
sie den Roboter-Horst umprogrammieren können.

Sie beginnen also, den Roboter nach ihren Wünschen funktionieren zu lassen. Das ist  
jedoch gar nicht so leicht, wie anfangs gedacht. Aber nur so ist eine coole Geburtstagspartymit ihren Freunden garantiert. Davor gibt es natürlich einige Hindernisse und Fehl-
programmierungen, die für eine Menge lustige Situationen und Aufregung sorgen. Doch  
Jolante und Carlo haben alles im Griff. Die Geburtstagsfeier wird ein voller Erfolg und zum  
Schluss ist der echte Papa wieder da, der nun sogar mit seinen Kids zusammenarbeitet,   
damit Mama nichts vom Doppelgänger-Roboter erfährt. 

Eine Leseprobe kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.

Durch einen Zufall entdecken Jolante und Carlo, dass ihr Vater in Wirklichkeit ein Roboter ist und beginnen, diesen umzuprogrammieren. Damit das klappt, braucht es einen Auslöser und der richtige Schalter auf „Roboter-Horsts“ linker Pobacke muss eingeschaltet sein. Bei „Lernen“ saugt er alle Informationen in sich hinein, bei „Arbeiten“ führt er sie aus. So setzen die Zwillinge ihren Roboter-Vater vor den Fernseher und lassen ihn Karate lernen. Wenn zukünftig als Auslöser die Wörter „wenn es brenzlig wird“ fallen, wird Horst in Sekundenschnelle zu einem veritablen Karatekämpfer. Es gibt noch einige Auslöser mehr, die ihm von den Zwillingen beigebracht werden. Zu Beginn gestaltet sich die Umprogrammierung gar nicht so einfach, denn ihr echter Vater hat natürlich einige Hindernisse eingebaut. Die Neuprogrammierung sorgt im ganzen Roman immer wieder und besonders bei einem Klassenbesuch im Zoo für viele Überraschungen und Chaos – und beim Leser für viele Lacher.
 
9 Kapitel hat das Buch, verteilt auf 122 Seiten.  Und wie zu erwarten, wächst das Chaos Tag für Tag, oder eher: mit jeder neuen Programmierung. Der Einstieg in das Buch ist etwas beschaulich, die Geschichte braucht etwas, um in Fahrt zu kommen, dann wird sie aber richtig lustig, spannend und sehr unterhaltsam. Mit Jolante und Carlo beschreibt Christian Thielmann zwei Kinder, die schon arg unter dem Sicherheitswahn ihres überängstlichen Vaters leiden.
 
Vor allem bei ihren Freunden haben es die Geschwister schwer. Niemand möchte zur Geburtstagsfeier kommen, denn der letzte Geburtstag war nicht wirklich der Knaller. Wie auch, da der Vater alle BMX-Räder der Gäste „kaputtgeschweißt“ hat, damit sie verkehrssicher sind. Eine Absage nach der anderen trudelt ein, bis zum Ausflug in den Zoo, der einen Wendepunkt in der Außendarstellung des Roboters / Vaters darstellt. Dank geschickter Umprogrammierung ist Roboter-Horst zum Entsetzen der Lehrerin auf einmal alles andere als vorsichtig, sondern eher draufgängerisch. Die Zwillinge gehen hier ein großes Risiko ein, haben aber letztendlich Erfolg. Denn nun kommen ihre Freunde doch gerne zur angekündigten Karate-Geburtstagsparty.
 
Die Geschichte von Carlo und Jolante erzählt Thielmann chronologisch und beginnt eine Woche vor dem Geburtstag der Zwillinge. Das Buch ist mit 122 Seiten nicht übermäßig lang, daher besonders auch für ungeübtere Leser geeignet und wirklich altersgerecht. Dies gilt auch für die Sprache. So sprechen Kinder in diesem Alter. So agieren Kinder in diesem Alter. Der Ton wurde gut getroffen. Der Plot ist ausgefallen und gut umgesetzt. Auch, dass Jolante und Carlo unbedingt eine tolle Party feiern möchten und sich lieber eine Kletterausrüstung und einen Reithelm wünschen als etwas Selbstgebasteltes vom TÜV-Papa, ist verständlich. Angenehm ist die Entwicklung des echten Papas, als dieser von der Dienstreise zurück ist und entdeckt, dass seine Kinder nicht nur seinen Roboter enttarnt haben, sondern diesen auch nach ihren Bedürfnissen intelligent umprogrammiert haben. Da ist er zurecht stolz, erlaubt die Karate-Geburtstagfeier und macht nicht mehr sofort bei allem einen Sicherheitscheck.

Das Cover macht neugierig. Vor allem in Kombination mit dem Titel. Die zahlreichen Schwarz-Weiß-Illustrationen von Markus Spang passen sehr gut zum Text und unterstützen die Geschichte. Vor allem die Perspektiven einiger Bilder sind ungewöhnlich aber nahezu perfekt auf die im Buch beschriebenen Situationen abgestimmt. 

Das vorliegende Buch ist ideal für Kinder, die nicht sonderlich lesegeübt sind. Der Umfang 
ist mit 122 Seiten nicht sonderlich groß und schreckt somit nicht ab. Die Geschichte ist  
dank der realistisch beschriebenen Figuren und der altersgerechten Sprache flüssig zu  
lesen. Aber auch Vielleser werden hier ihren Spaß haben an der lustigen und recht aus-
gefallenen Geschichte. Als private Lektüre ist das Buch durchaus zu empfehlen, auch wenn es ein paar Seiten braucht, bis die Geschichte in Schwung kommt. Dieses Buch kann  
zudem in offenen Formen des Unterrichts verwendet werden, wo es auch darauf ankommt, eine bunte Mischung für alle Kinder bereitzustellen. Es passt außerdem perfekt in  
„Lesespaß-Medienboxen“ von Bibliotheken und kann beispielsweise bei Book Slam®-Ver-
anstaltungen für Grundschüler ab acht Jahren eingesetzt werden.