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Buchcover Franziska Biermann: Jacky Marrone jagt die Goldpfote

Rezension von Martina Frey-Walter

Das wertvollste Huhn der Welt wurde entführt! Nun liegt es alleine an Jacky Marrone, Fuchs und Privatdetektiv aus Leidenschaft, den mysteriösen Vorfall so schnell als möglich aufzuklären.
Mit seinen „Super Lauschern“ und dem „unglaublich eleganten Spionagekoffer“ ist der Täter schnell gefunden. Doch wird Jacky Marrone das goldene Huhn noch rechtzeitig aus den Fängen des Entführers befreien können?

BuchtitelJacky Marrone jagt die Goldpfote
AutorFranziska Biermann
GenreKrimi & Thrill
Humor & Comedy
Lesealter8+
Umfang120
Edition1. Auflage
Verlagdtv junior
ISBN978-3-423-76230-4
Preis12,95
Erscheinungsjahr2018

Witwe Bolte muss die Entführung des wertvollsten Huhns der Welt beklagen! Nun liegt es an Jacky Marrone, Fuchs und Privatdetektiv aus Leidenschaft, den mysteriösen Vorfall so schnell als möglich aufzuklären. Mit scharfem Verstand und mit der neuesten technischen Ausstattung auf dem Geheimagentensektor ausgerüstet, begibt er sich auf eine abenteuerliche Fahndung. Mit seinen „Super Lauschern“ und dem „unglaublich eleganten Agentenkoffer“ ist der Täter schnell gefunden. Doch um den international gesuchten Verbrecher final stellen zu können, braucht es weit mehr als die perfekte Technik. Jacky sieht sich im weiteren Verlauf der Handlung dazu gezwungen, seine Spionagefähigkeiten zu verbessern und sich nicht ausschließlich auf seine Hilfsmittel zu verlassen.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite einzusehen.

Wilhelm Busch, die Gebrüder Grimm und Arthur Conan Doyle waren es, die Franziska Biermann wohl maßgeblich bei der Kreation ihrer literarischen Welt rund um den „Neu- Detektiv“ Jacky Marrone inspirierten. So ist es beispielsweise die uns allen so gut bekannte Witwe Bolte, die den Verlust eines ganz besonders wertvollen goldenen Huhns zu beklagen hat, und mit R. Stilzchen schafft Biermann einen durch die Märchenwelt bereits bekannten, aber deshalb nicht weniger beliebten Gegner. Das Spiel mit der Welt der Märchen vermag den Leser sehr gut zu unterhalten. Franziska Biermann schafft mit diesen intertextuellen Verweisen einen idealen inhaltlichen Anknüpfungspunkt, der gerade dann gebraucht wird, wenn es um die Lektürewahl für ungeübte Leser geht.
Jacky Marrone ist nicht perfekt, er verfügt zwar über alle nur denkbaren Spionageartikel, aber es plagen ihn Unsicherheiten in Bezug auf sein detektivisches Handeln. Nur durch das fleißige Erproben typischer Spionagetechniken und die wichtige Unterstützung durch seine Freundin Alice kann er sein Repertoire erweitern und dem goldenen Huhn final zu Hilfe eilen.
Die drei bedeutenden Botschaften des Werks sind 1. die besondere Bedeutung freundschaftlichen Zusammenhalts, 2. die Tatsache, dass Erfolge sich nur in den seltensten Fällen ohne Anstrengung einstellen, und 3. dass zu allen gelingenden Dingen des Lebens eine nötige Portion Glück und Mut erforderlich sind.  Es sind die ganz zentralen Inhalte des Lebens, die auf sehr simple Weise in „Jacky Marrone“ an Geltung gewinnen. Die liebevollen und sehr detailreichen Illustrationen der Autorin tragen ganz wesentlich zum näheren Textverständnis bei.

Das Buch bietet gleich auf den ersten Seiten ein interessantes Rätsel für seine jungen Leser an. Es gilt Begrifflichkeiten rund um Jacky Marrones ersten Fall zu sondieren. Die bereits genannten detailreichen Illustrationen, die auch das Cover zieren, bieten stellenweise nähere Erklärung zur Funktionsweise der besonderen Spionageausstattung oder illustrieren spezifische Szenen auf sehr liebe- und humorvolle Art und Weise. Schriftgröße und Textniveau sind zur Empfehlung für die Alterskategorie 8+ absolut angemessen. 

Das Thema Märchen ist auf popkultureller Ebene omnipräsent, daher knüpfen die von Franziska Biermann gewählten märchenhaften Bezüge in bester Weise an den kindlichen Erfahrungsreichtum an. An dieser Stelle soll jedoch explizit darauf verwiesen werden, dass die vorliegende Textsorte als Kinderkrimi zu bezeichnen ist und kein modernes Märchen darstellt.

Es sind die intertextuellen Bezüge, die Franziska Biermann hier vorlegt, die eine interessante Perspektive zur unterrichtlichen Auseinandersetzung mit „Jacky Marrone“ darstellen.
Den Schüler*innen begegenen zwar einige Charaktere traditioneller Märchen, aber nicht deren typische Erzählstruktur. Dieser Konflikt kann zur Diskussion über die Gattung Märchen einladen.
Anlass für die Kreation eines eigenen Märchens bietet beispielsweise das Setzen eines Schreibwettbewerbs etwa mit dem Thema : „Wer zaubert den modernsten Märchenhelden?“