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Buchcover Hendrik Lambertus: Die Mitternachtsschule – Erste Stunde Geisterkunde

Rezension von Doris Schmitt-Constabel

Unterrichtsbeginn um Mitternacht!“, wundert sich Milan, als er die Post von seiner neuen Schule erhält. Das kann doch nur ein Irrtum sein, oder? Doch als er pünktlich um Mitternacht in der Schule am Friedhofswinkel erscheint, teilt er mit Gremlins, Irrlichtern und Vampiren das Klassenzimmer. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden darf er auch ein echtes Abenteuer erleben. Eine spannende und humorvolle Schulgeschichte der ganz anderen Art, die auch wegen seiner tollen Farbilllustrationen den Leser schnell in die Mitternachtsschule eintauchen lässt.

BuchtitelDie Mitternachtsschule – Erste Stunde Geisterkunde
AutorHendrik Lambertus (mit Illustrationen von Alexandra Helm)
GenreFantasy
Lesealter8+
Umfang160
Edition1. Auflage
Verlagueberreuter
ISBN978-3-7641-5157-7
Preis12,95

Milan ist gerade mit seinem Vater umgezogen, da erhält er schon Post von seiner neuen Schule: Pünktlich um Mitternacht soll er sich an der Schule am Friedhofswinkel einfinden. Ob das ein Irrtum ist? Nein, denn schon bald wird Milan klar, warum die Unterrichtszeit so ungewöhnlich ist und seine Mitschüler alle aussehen wie die Figuren seiner Marvelous - Monsters – Sammelkarten. Milan ist in einer Monsterschule gelandet und teilt nun mit lauter fantastischen Nachtwesen wie Gremlins, Vampirinnen, Nebelwesen, leeren Rüstungen, Spiegelgeistern, Werwölfen und Irrlichtern den Klassenraum. Milan ist der einzige Mensch unter ihnen. Da sich die meisten Nachtkreaturen vor Menschen fürchten, möchte er nicht als solcher entdeckt werden. Schon bald findet er Freunde und gerät mit diesen in ein echtes Abenteuer: Die Schulinspektion überprüft die Mitternachtsschule und ausgerechnet jetzt stören kleine Poltergeister den Schulfrieden. Und was verbirgt sich eigentlich im Keller, zu dem der Zutritt strengstens untersagt ist? Die Schließung der Schule droht! Gemeinsam mit seinen gespenstischen Freunden geht Milan diesen ungeheuerlichen Vorgängen auf den Grund. Mit all ihren besonderen Fähigkeiten wollen die Schüler das drohende Aus für ihre Mitternachtsschule verhindern. 

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden.

Hendrik Lambertus führt seinen jungen Leser in der „Mitternachtsschule“ einerseits auf vertrautes Schulterrain und schickt ihn andererseits in das fremde fantastische Umfeld der Nachtwesen. Die Verknüpfung dieser beiden Welten gelingt wie selbstverständlich. Der Autor beschreibt mit viel Liebe die einzelnen allesamt freundlichen Charaktere und ihre kuriosen Vorlieben. Die mitternächtliche Schulumgebung skizziert er sehr lebendig. So gelingt es dem Leser schnell, sich in der Mitternachtsschule zurechtzufinden und auch wohl zu fühlen. 

Milan, der einzige Mensch an dieser Schule, ist ein sympathischer Protagonist, der zunächst ein wenig ängstlich ist. Als seine Neugier schließlich siegt und er mit Offenheit auf all die für ihn fremden Wesen zugeht, lernt er seine eigenen Stärken kennen, steht dabei loyal zu seinen neuen Freunden und schätzt deren Vielseitigkeit. Aber auch allen anderen Figuren hat Hendrik Lambertus soviel Profil verliehen, dass nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen leicht eine Identifikationsfigur – beispielsweise das Gremlinmädchen Issy – finden können. 

„Die Mitternachtsschule“ ist eine Schule, in der jedes Kind einer unterschiedlichen Rasse angehört und so auf seine Weise einzigartig und etwas Besonderes ist: Es wird bewundert und niemals ausgelacht; es gibt kein besser und kein schlechter. Jeder lernt vom anderen. Diese Botschaft ist aktuell, brisant und für Kinder der Alterskategorie 8+ auf eine besonders verständliche Art verpackt. Der Rahmen „Schule“ ist den Kindern vertraut und für die meisten auch in der Realität mit der Erfahrung von Diversität in unserer Gesellschaft verbunden, aber auch mit vielen weiteren im Buch vorhandenen Themen wie Freundschaft, Unsicherheit, Angst, Zusammenhalt....

Bereits das Buchcover verspricht eine abenteuerliche Geistergeschichte mit freundlichen und heiter gezeichneten Fantasiewesen. Durch die zahlreichen farbigen Illustrationen und Verzierungen gelingt es dem Buch, auch den nicht allzu geübten Leser kurzweilig durch die Geschichte zu führen. Kurze klar unterteilte Kapitel sowie ein übersichtliches Schriftbild tun ihr Übriges. Dem kommen auch der sich von Beginn an aufbauende Spannungsbogen sowie die chronologische und stimmige Erzählreihenfolge entgegen. Viele humorvoll geschilderte Szenen, wie z.B. ein aus der Badewanne heraus unterrichtender Wassermann-Lehrer, lassen den Leser immer wieder schmunzeln. 

Fazit: „Die Mitternachtsschule - Erste Stunde Geisterstunde“ ist ein spannendes Abenteuer für alle, die Fantasiewesen mögen. Aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie Integration, Vielfalt und Toleranz werden dabei auf ganz natürliche und unaufdringliche Weise zum Thema gemacht. Ein Buch, das etwas zu sagen hat und unter anderem auch durch seine optische Gestaltung zum Lesen motiviert und Lust auf mehr macht.

„Die Mitternachtsschule“ lässt sich durch den chronologischen Aufbau und die durchgängige Spannung leicht lesen und ist somit die ideale Lektüre für zu Hause sowie für freie Lesezeiten in der Schule, z. B. für Bücherkisten, Schülerbüchereien oder Vielleseprogramme. Durch die facettenreichen Charaktere und die gelungenen Illustrationen eignet sich das Buch ebenso zur Präsentation und kreativen Auseinandersetzung als Leserolle oder Lesekiste. Sowohl für Jungen als auch für Mädchen bietet das Buch geeignete Identifikationsfiguren, wodurch es auch als Klassenlektüre denkbar ist. Durch den (wenn auch etwas anderen) schulischen Rahmen, den die Mitternachtsschule steckt, liefert es umfangreichen Diskussionsstoff zu den Themen Freundschaft, Toleranz, Gemeinschaft, Andersartigkeit und Schulalltag. Zudem ließe sich das Buch auch in Auszügen für den Bereich der Personenbeschreibung fantastischer Nachtwesen nutzen oder auch fächerverbindend im Kunstunterricht, beispielsweise für den Entwurf gruseliger Kostüme.