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Buchcover Rob Lloyd Jones: Jake Turner und das Grab der Smaragd-Schlange

Rezension von Heidi Haunerdinger

Überall Sand! Sand, der aus allen Ritzen quillt! Sand, der immer mehr wird! Können sie den Tunnelausgang noch rechtzeitig erreichen? Jake und seine Zwillingsschwester Pandora sind zusammen mit den Eltern nach Ägypten gereist, um gemeinsam Urlaub zu machen. Was als Familienzeit geplant ist, gerät schon bei der Ankunft in Kairo außer Kontrolle: Die Eltern werden entführt, mysteriöse Schatzjäger tauchen auf, um das sagenhafte Grabmal des Osiris zu finden und mittendrin Jake und Pan. Ein irrwitziger Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Werden die beiden es schaffen, den geheimnisvollen Sarkophag zu finden, damit sie die Eltern retten können.  Rob Lloyd Jones ist ein hoch spannender, actionreicher und außergewöhnlicher Krimi für Leser ab 10 gelungen.

BuchtitelJake Turner und das Grab der Smaragd-Schlange
AutorRob Lloyd Jones
GenreAbenteuer
Lesealter10+
Umfang352
Edition1. Auflage
VerlagDTV
ISBN978-3-423-76219-9
Preis14,95

Jake Turner reist mit Zwillingsschwester Pandora und seinen Eltern nach Ägypten, um einen gemeinsamen Familienurlaub zu verbringen. Dass die Turners keine Bilderbuchfamilie sind, wird schon gleich am Flughafen klar. Jake, der gerne seine Grenzen austestet und sein Umfeld häufig bis auf Äußerste reizt, bringt sich gleich zu Beginn in eine mehr als brenzlige Situation. Die hochintelligente Pandora verbirgt ihr wahres Ich hinter einer Maske aus Gleichgültigkeit und Ignoranz. Die Eltern, beide Ägyptologen, sind wenig an ihren Kindern interessiert und wollen in Kairo hauptsächlich ihrer Arbeit als Gelehrte nachgehen. Doch gleich nach der Ankunft im Hotel verschwinden die Eltern und die Zwillinge sind ganz auf sich gestellt. Wer sind die zwielichtigen Gestalten, die sich an ihre Fersen heften, und wer sind ihre Eltern wirklich? Für Jake und Pan ist eines klar: Sie müssen ihre Eltern wiederfinden – koste es, was es wolle. Auf ihrer Suche hinterlassen die beiden mitsamt ihren Verfolgern eine Spur der Verwüstung und entkommen immer wieder nur knapp einer Katastrophe. Der wahre Hintergrund für diese rasante und gefährliche Verfolgungsjagd quer durch Ägypten sind unscheinbare Steintafeln, die ein international agierendes Verbrecherteam mit Hilfe der Archäologen finden will. Denn dass die Eheleute Turner in Wahrheit auch noch Weltklasse-Schatzjäger sind, überrascht nicht mehr wirklich. Eher freut sich der Leser auf ein neues Abenteuer der schatzsuchenden Turner-Familie.

„Ja es war wirklich einiges passiert in den letzten Tagen. Angefangen hatte alles damit, dass ich mal wieder für Chaos gesorgt und Menschen, die ich liebte, vor den Kopf gestoßen hatte. Tja, beim Versuch, es wiedergutzumachen, hab ich wohl die entscheidenden Fallstricke übersehen. Deshalb steckte ich jetzt hier fest, ohne den kleinsten Hauch Luft in der Lunge.

Plötzlich meldete sich eine Stimme in meinem Ohrknopf. Sie klang Lichtjahre entfernt und wurde durch Knacken und Rauschen verzerrt, aber die Panik war trotzdem unüberhörbar.

„Oh mein Gott! Jake? Hört ihr mich? Ich muss euch etwas sagen. Über eure Eltern….“

Die Stimme verstummte. Die Lichter in meinen Augen wurden gleißender. Ein wildes Durcheinander von Feuerrädern und explodierenden Raketen. Auf einmal fühlte ich mich seltsam ruhig, so als hätte sich mein Körper bereits mit meinem Tod abgefunden. Ich versuchte, meine Abschiedsgedanken auf etwas Tröstliches, Beruhigendes zu richten, aber das Einzige, woran ich denken konnte, waren Mum und Dad. Beim letzten Mal, als ich sie gesehen hatte, hatten sie geweint – wegen einer dieser Schwachsinnaktionen, die ich mir mal wieder geleistet hatte. Ich, Jake Turner, die weltgrößte Nervensäge, hatte mal wieder ein Versprechen gebrochen und meine Eltern zur Verzweiflung getrieben.“

„Jake Turner und das Grab der Smaragdschlange“ ist ein filmreifer Actionthriller, der den Leser mit auf eine atemberaubende Verfolgungsjagd und Schatzsuche nimmt. Rob Lloyd Jones ist ein spannungsreicher, actiongeladener und aufregender Abenteuerroman gelungen, der alle Erwartungen an eine Superheldenstory erfüllt. Hightech-Geräte, Tarnanzüge und Ausrüstungsgürtel, die keine Wünsche offen lassen, gehören zum Equipment, das Jake und Pan auf ihrer Suche nach den Eltern nutzen. Um hier den Überblick zu behalten, wird dem Leser einiges an Detailwissen abverlangt. Kenntnisse über Agentenausrüstung und hochtechnisierte Hilfsmittel sind sicher hilfreich. Doch diese zum Teil extremen und unglaublichen Szenen finden bestimmt viele Anhänger unter den jungen Lesern. Gleich der Anfang ist mitreißend und der Spannungsbogen wird vom Autor in kürzester Zeit überzeugend aufgebaut. Der Handlung kann der geübte Leser problemlos folgen. Fundiertes Sachwissen über Archäologie und geschichtliche Hintergründe aus dem alten Ägypten werden dem Leser unkompliziert und gut vermittelt. Beinahe automatisch wird so der Wunsch bei ihm geweckt, mehr über das frühgeschichtliche Ägypten zu erfahren. 

Der Protagonist Jake ist kein unproblematischer Junge. Seinen Eltern fordert er einiges an Toleranz und Verständnis ab, da er ständig Mist baut. Ihm kribbelt es förmlich in den Fingern, verbotene Dinge zu tun. Ein Tablet zu klauen, ist eine Entgleisung, die er sich gleich zu Beginn des Buches erlaubt und somit einen riesigen Familienkrach heraufbeschwört. Seine Schwester Pan, das pure Gegenteil von ihm, straft ihn mit Missachtung und Respektlosigkeit. Unterschiedlicher könnten Zwillinge gar nicht sein. Im Laufe der Handlung aber nähern sich die Geschwister wieder an, weil sie erkennen, dass sie nur gemeinsam ihre Eltern wiederfinden und befreien können. Auch die drohenden Gefahren lassen sich mit Jakes Draufgängertum und Mut sowie dem Wissen der hochintelligenten Pan viel besser überstehen. Jake ist ein Junge, der oftmals impulsiv handelt. Dennoch ist er gleichzeitig in der Lage, sein eigenes Tun zu reflektieren und sich selbst durch die Abenteuer weiterzuentwickeln. Seine stillen Beobachtungen in der riesigen Stadt Kairo und dem ländlichen Ägypten lassen auch den Leser nachdenklich werden. Jake und Pan durchleben die abenteuerlichen Bewährungsproben gemeinsam, doch der Fokus ist klar und deutlich auf Jake gerichtet, da er aus der Ich-Perspektive erzählt und den Leser an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt. Sprachstil, Vokabular und Satzkonstruktionen sind der Altersgruppe angepasst. Die Dialoge sind glaubwürdig und in altersgemäßer Sprache verfasst. 

Die Gestaltung des Buchcovers ist sehr gelungen und gibt bereits einen Hinweis auf die Handlung. Was gleich ins Auge fällt, ist der schöne Buchschnitt, der mit Hieroglyphen bedruckt ist. Der Klappentext hält, was er verspricht. Die Kapitel sind durchnummeriert und von angenehmer Länge. Auf Illustrationen im Buch wurde verzichtet. „Jake Turner“ ist ein sehr lesenswertes Buch, das für viele Jungs samt väterlichem Mitleser sogar eine Alternative zu Actionfilmen bietet. Aber auch der geschichtlich interessierte Leser kommt voll auf seine Kosten.

Wenn das Thema Ägypten auf dem Lehrplan im Geschichtsunterricht steht, bietet dieser Titel eine wunderbare Ergänzung zum Thema. Das Buch komplettiert das Gelernte oder erweitert sogar die Thematik noch. Doch auch die private Lektüre des Spannungsromans ist für viele Leser attraktiv. Dadurch dass es sich hier um den Auftaktband einer Reihe handelt und Jakes Abenteuer weitergehen, wird der Lesespass zusätzlich gesteigert.