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Buchcover Ivo Pala: Shadow Agents. Schatten der Vergangenheit

Rezension von Nicola König

Und plötzlich bist du allein … Zielscheibe von Terroristen, Waise, auf der Flucht vor dem Jugendamt. Du findest dich im Luxus der Tokyoer Botschafts-High-Society wieder und bestreitest den Kampf deines Lebens: Gegen den Yakuza-Clan und vor allem gegen deine eigene Vergangenheit. Der neue Action-Blockbuster von Ivo Pala hat ein hohes Erzähltempo und bleibt spannend bis zur letzten Seite.

BuchtitelShadow Agents. Schatten der Vergangenheit
AutorIvo Pala
GenreAbenteuer
Lesealter12+
Umfang415
VerlagRavensburger
ISBN978-3473401680
Preis14,99

Max Ritter ist 16 und auf sich gestellt. Als er auf der Beerdigung seiner Mutter ein Attentat auf seinen Patenonkel, den deutschen Botschafter in Japan, verhindert, wird er selber zur Zielscheibe von Terroristen, der Verbrecherorganisation Yakuza. Sein Patenonkel ist ihm zu Dank verpflichtet und will Max mit nach Japan nehmen. Nicht nur sein Freiheitsdrang und sein Autonomiebestreben, sondern auch die Vorgeschichte seines Vaters mit dem Botschafter lassen ihn das Angebot zunächst ablehnen. Doch als das Jugendamt vor der Tür steht, weiß er, dass es keine Alternative dazu gibt, mit in die bewachte Botschaft in Tokyo zu ziehen.

Hier erfährt Max zusammen mit den anderen Botschafterkindern ein Martial-Arts-Training, das sie vor Entführungen schützen soll. Neben dem normalen Unterricht werden sie in Kampftechniken ebenso wie in strategischem Denken ausgebildet. Das kann Max gut gebrauchen, denn weil er den Attentäter beim Anschlag auf seinen Patenonkel gesehen hat, wird er zur Zielschiebe der Yakuza-Kämpfer. Zudem kämpft Max nicht nur gegen die Gefangenschaft, die sein Leben in der Botschaft darstellt. Immer wieder bricht er nachts aus dem bewachten Haus aus, um Tokyo zu erobern. Er muss sich auch die Anerkennung seiner Klassenkameraden erarbeiten, die aus einer ganz anderen Welt zu kommen scheinen. Der herausforderndste Kampf aber ist der gegen die Vergangenheit: Als Max entdeckt, dass sein totgeglaubter Vater Teil des Yakuza-Clans ist, weiß er nicht mehr, wer Freund und Feind ist.

Eine Leseprobe kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.

Der erste Band von Shadow Agents ist ein Thriller, der von Beginn an spannend und abwechslungsreich zu lesen ist. Die Handlung startet mit dem Auszug eines Showdowns: einer Verfolgungsjagd. Der Erzählstil der chronologisch angelegten Geschichte ist schnell und handlungsmotiviert; Spannung und Action dominieren.

Max bietet dem jugendlichen Leser auf vielen Ebenen Identifikationspotential: Er lehnt sich  gegen die Obrigkeit auf und überschreitet Grenzen, indem er nachts aufbricht, um die Stadt zu erkunden. Der Held der Geschichte ist extrem willensstark, mutig, ein begnadeter Parcours-Sportler und talentiert im Kampf. Auf sich gestellt lässt Max sich in Tokyo auf fremde Welten und Kulturen ein und hat im gleichen Moment Schwierigkeiten, sich in die privilegierte Welt der Botschafterkinder zu integrieren. Er agiert emotional und affektgesteuert und weiß doch, dass er nur zusammen mit seinen Freunden, die er in Tokyo kennen lernt, überleben kann. Das alles ist sehr spannend und abwechslungsreich zu lesen, auch wenn gerade der Hauptdarsteller an einigen Stellen eher klischeehaft gezeichnet und die Beziehung zu Max‘ Mitstreitern nicht immer motiviert ist. 

Die Sprache gestaltet sich authentisch und die Handlung ist gerade in Bezug auf die Rolle seines Vaters bis zum Ende hin offen. Ein weiterer Pluspunkt des Romans ist die Unvorhersehbarkeit der Handlung: Was es mit Max‘ Vater auf sich hat, werden die Leser erst im nächsten Band erfahren. Damit sorgt der Cliffhanger für Spannung über das Ende des Bandes hinaus.

Gelungen ist auch der gelegentliche Perspektivwechsel: Farblich abgesetzt berichten Geheimprotokolle von kriminellen Machenschaften. Erst sehr viel später wird deutlich, dass es sich um die Ausführung von Max‘ Vater handelt. Auch wenn zu Beginn Unklarheiten über die Inhalte der Protokolle vorliegen, so sind diese Passagen doch schnell zu lesen und wecken mit ihrem Rätselcharakter die Neugierde der Lesenden.

 

Fazit: Die Anlehnung des Plots an Action- und Computerspiele sorgen für ein hohes Identifikationspotential und einen spannungsgetragenen Lesegenuss.

"Shadow Agents" eignet sich besonders gut zur individuellen und außerschulischen Leseförderung. Die klare, übersichtliche Handlungsführung sowie die Möglichkeiten, sich mit dem Protagonisten des Romans zu identifizieren, eröffnen auch ungeübteren Lesern den Zugang zu längeren Werken. Dies liegt zudem an der chronologischen Erzählweise, der eindeutigen Perspektivierung, die den Helden begleitet, sowie an den übersichtlich angelegten Kapiteln, die den Lesern Orientierung bieten. Die eingeschobenen, auf schwarzes Papier gedruckten Passagen ermöglichen eine Atempause beim Lesen: Schrift- und Farbwechsel markieren eine Veränderung; der in den Geheimprotokollen vorgenommene Perspektivwechsel sorgt somit für keine zu großen Irritationen.

Der Roman kann nicht nur in die Klassen- oder Schulbibliothek aufgenommen werden und Schüler zum selbstständigen Lesen anregen. Ebenso kann er Schülern für Buchvorstellungen empfohlen werden. Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, eröffnet sich die Möglichkeit zum Weiterschmökern. Soll der Roman im Unterricht behandelt werden, ist eine Projektreihe zum Thema Agentenroman denkbar.