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Buchcover Anja Fröhlich: Julian fliegt ins Weltall

Rezension von Thorsten Hadeler

Was nützt das Abenteuer in Gedanken? Ist ein Abenteuer nur dann eines, wenn man es wirklich erlebt und nicht bloß davon träumt? Und was, wenn man glaubt, man erlebe wirklich ein Abenteuer, dann aber feststellen muss, dass alles nur Schein war? Bücher verführen Kinder in Fantasiewelten, die sich für sie sehr real anfühlen können. 

BuchtitelJulian fliegt ins Weltall
AutorAnja Fröhlich; mit Illustrationen von Marion Elitez
GenreAbenteuer
Umfang57 Seiten
Edition1. Auflage 2013
VerlagFriedrich Oetinger, Hamburg
ISBN978-3-7891-1259-1
Preis7,95 € (D)

Julian träumt davon, einmal Astronaut zu werden, so wie Karla, die Freundin seiner Mutter. Karla erzählt Julian viel vom Leben im Weltraum und eines Tages darf Julian sie sogar zur Arbeit begleiten und sich eine Rakete von innen ansehen. Als die Rakete dann jedoch plötzlich abhebt und er mit Karla ins All fliegt, wird ihm ziemlich mulmig zumute. Es gibt dort oben natürlich unheimlich viel Spannendes zu entdecken, schwarze Löcher zum Beispiel, oder wie man in der Schwerelosigkeit Pipi macht. Nach den ganzen Aufregungen ist Julian am Ende aber recht erleichtert, als sich herausstellt, dass er gar nicht wirklich im Weltraum war, sondern nur in einem Simulator, in dem Karla brenzlige Situationen trainiert.

Die Leseprobe zu "Julian fliegt ins Weltall" von Anja Fröhlich finden Sie hier.

Welcher Junge hätte nicht schon einmal davon geträumt, ein mutiger Ritter oder ein gefährlicher Pirat zu sein?  Anja Fröhlich scheint sich die Frage gestellt zu haben: Wie wäre es eigentlich, wenn solch ein Traum einmal Wirklichkeit würde? Sind die Gefahren, denen sich der imaginierte Held gegenübersieht, dann immer noch so leicht zu bewältigen? Ist der Protagonist, der sich diesen Gefahren stellt, dann immer noch so mutig und heldenhaft, wie er es sich vorstellt?

Für Julian ist das in der vorliegenden Geschichte jedenfalls nicht so einfach. Schon als die Rakete unvermittelt startet und damit sein Abenteuer losgeht, ist er nicht mit Begeisterung dabei, sondern er hat Angst. Er bewältigt die Gefahren, denen er sich auf der vermeintlichen Reise ins All gegenüber sieht, auch nicht als der strahlende Held, sondern er scheitert daran und muss von der erwachsenen Klara "gerettet" werden. Und als sich dann herausstellt, dass die Reise ins All gar nicht stattgefunden hat, ist Julian sehr erleichtert. Helden sehen anders aus.

Genau dies mag dann auch sehr entlastend für den jungen Leser sein: Ich muss nicht in jeder Situation mutig sein, Angst hat auch ihre Vorteile. Und es gibt Dinge,  mit denen können Kinder noch nicht fertig werden, da benötigen sie die Hilfe von Erwachsenen.

Zum Glück hat Anja Fröhlich ihren wenig heldenhaften Protagonisten mit einer gehörigen Portion Klugheit ausgestattet und die Geschichte ist durchgängig mit viel Witz erzählt. So verhindert sie geschickt, dass Julian zum Anti-Helden wird. Er bleibt jemand, mit dem sich der Leser identifizieren mag. (Wem Julian sympathisch ist, der kann in "Julian geht auf Weltreise" übrigens ein weiteres "Abenteuer" mit ihm erleben.)

Die formalen Anforderungen an Bücher für Erstleser sind im vorliegenden Band alle anstandslos eingehalten. Die Sätze sind kurz, die Zeilen ebenfalls. Die Wortwahl ist nicht zu kompliziert, trotz des teils technischen Themas. Die Seiten sind kurz gehalten, und der darauf enthaltene Text wird sehr schön durch die gelungenen Illustrationen von Marion Elitez unterstützt.

Fazit:

So ist Anja Fröhlich mit „Julian im Weltall“ eine originelle und spannend zu lesende Abenteuergeschichte gelungen, die sicher den Traumwelten vieler Jungen entspricht und so den Zugang erleichtert. Zudem bietet das Buch den die Lektüre begleitenden Eltern oder Lehrern die Möglichkeit, über Fragen wie „Müssen Jungen immer mutig sein?“ oder „Wann ist man ein Held?“ ins Gespräch zu kommen. 

Das Buch ist eine spannende Geschichte zum Selberlesen für Erstleser der zweiten Stufe (1. und 2. Schulklasse), das sicher für die Aufnahme in eine Empfehlungs-Leseliste in der Grundschule geeignet ist.  Aufgrund des geringen Umfangs ist es für den Leseanfänger leicht komplett zu bewältigen und motiviert mit diesem Erfolgserlebnis zu weitere Lektüren. Im Anhang an den Text ist eine 14seitige Rätselwelt hinzugefügt, die mit Lese-, Schreib- und Bilderrätseln hilft, das Textverständnis zu vertiefen.