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Buchcover Jakob M. Leonhardt: Chaos ist das halbe Leben - Ein verkanntes Genie auf Überholspur

Rezension von Angelika Kaminska

Der zwölfjährige Felix Rohrbach ist ein Chaot vom Feinsten. Trotz seiner Vorsätze zum Neuen Jahr stürzt er immer wieder in neue „Abenteuer“, die ihm Schwierigkeiten bereiten...

BuchtitelChaos ist das halbe Leben - Ein verkanntes Genie auf Überholspur
AutorJakob M. Leonhardt
GenreAnti-Helden & Schelme
Lesealter12+
Umfang160 Seiten
EditionErste Auflage 2013
VerlagArena Verlag, Würzburg
ISBN978-3-401-06890-9
Preis9,99 €

Der zwölfjährige Felix Rohrbach ist ein Chaot vom Feinsten. Trotz seiner Vorsätze zum Neuen Jahr stürzt er immer wieder in neue „Abenteuer“, die ihm Schwierigkeiten bereiten. Egal ob in der Schule, mit seinen Freunden oder bei Mädchen – Felix schafft es, kontinuierlich in Schlamassel zu geraten, sich aber auch wieder aus der Misere zu retten. Und in seiner Familie geht es ebenfalls immer bunt zu. Seine Schwester nervt ihn nämlich gewaltig, daher streiten sie sich oft, versöhnen sich aber auch wieder. Felix Rohrbach liebt nämlich sein Chaos, denn ohne Chaos wäre er nicht Felix, der „Chaotinator“.

Die Leseprobe zu „Chaos ist das halbe Leben - Ein verkanntes Genie auf Überholspur“ von Jakob M. Leonhardt finden Sie hier.

Felix Rohrbach ist Teenager und ein Anti-Held der etwas anderen Art: Er liebt es nämlich, so zu sein wie er ist: chaotisch. Fast ständig erlebt er „Abenteuer“ mit seinen Freunden, die nicht unbedingt immer reibungslos verlaufen, doch daran stört er sich nicht. Seinen Lehrern macht er damit aber keine Freude, da er sich nichts sagen lässt und vorlaut ist. Dennoch ist Felix im Grunde genommen ein netter Junge, der sich auch (mit Humor) Gedanken über seine Zukunft macht und gelegentlich sein Taschengeld aufbessert, indem er seinen Nachbarn unterstützt.

Liest man diese Geschichte mit etwas anderen Augen, so könnte man eine kritische Auseinandersetzung mit sozialen Normen herauslesen. Felix verwehrt sich einer Anpassung: Er lehnt sich etwa gegen die Anweisungen seiner Eltern auf oder nervt seine Lehrer. Auch die Abenteuer, die er mit seinen Freunden erlebt, könnte man als eine Art Befreiung von gesellschaftlichen Normen sehen, da sie bewusst gegen die Regeln verstoßen, um Spaß zu haben (z.B. Einbruch in den Zoo, um dort im Haifischbecken zu schwimmen). Natürlich ist das auch eine Bekämpfung der Langweile.

Mit Humor werden dem Leser die witzigen Situationen vermittelt, was dazu führt, dass der Protagonist oder seine Freunde teilweise nicht mehr ernst genommen werden können. Dies führt wiederum dazu, dass junge Leser merken, dass das einfach nur witzige Aktionen sein sollen und es als Fiktion erkennen.

Felix hat sich (in diesem Buch) das Ziel gesetzt, sein Leben stärker in den Griff zu bekommen und nicht mehr so viel Chaos anzurichten. Er unterstreicht dies und andere Dinge, die er hervorheben will, mit seinen Sprüchen wie „Schwör!  Doppelschwör!“, „Gut! Doppelgut!“ oder „Love. Doppellove!“ usw.

Ein wichtiges Thema in dieser Geschichte ist Freundschaft. Felix und seine Freunde Musti, Spike und Mike gehen nämlich durch dick und dünn und halten immer zusammen. Auch wenn sie sich streiten, helfen sie sich gegenseitig und schützen sich manchmal auch vor ernsten Schwierigkeiten (wie Mike, der den „Super-Böller“, den sie gebastelt haben, absichtlich sabotiert hat, sodass er nicht explodiert ist). Selbst als alle gleichzeitig in dasselbe Mädchen verliebt sind, bleiben sie sich treu und veranstalten einen Wettbewerb, in dem das Mädchen am Ende entscheiden soll, wen sie mag (vgl. S. 81 ff).

Es werden auch Probleme mit Felix‘ Familie geschildert; wie es in einer normalen Familie mit Geschwistern eben zugeht: Seine Schwester geht ihm auf die Nerven, sodass sie sich oft streiten, was wiederum dazu führt, dass er Ärger mit seinen Eltern hat und z.B. Handyverbot und Hausarrest bekommt. Außerdem beinhaltet die Geschichte auch einige Kapitel, in denen Felix sich Gedanken über Mädchen macht, da er immer wieder unterstreicht, dass Mädchen kompliziert sind. Dieser Aspekt könnte besonders für junge männliche Leser interessant sein, wenn sie die gleichen Probleme teilen.

Die Geschichte ist in kurze Kapitel unterteilt, die die kleinen „Abenteuer“  übersichtlich machen. Die Handlung besteht aus verschiedenen Episoden, die sich teilweise über mehre Kapitel strecken und Felix‘ Erlebnisse zu Hause, in der Schule oder draußen mit seinen Freunden beinhalten. Unterstützend dazu wird die jeweilige Aktion witzig und überzogen illustriert, in etwa zwei bis vier Zeichnungen pro Doppelseite. Diese Zeichnungen erleichtern das Verständnis und verstärken den humoristischen Effekt. Das Buch besticht zudem durch Situationskomik und pointierte, witzige Kapitelenden.

„Chaos ist das halbe Leben“ ist aus der Froschperspektive erzählt und ist eine autobiografische Ich-Erzählung. Obwohl Felix‘ Sicht auf die Dinge subjektiv ist, sind seine Aussagen ehrlich und zeigen, wie sich Felix zu seiner Umwelt verhält. Er verstellt sich nicht und erzählt seine Erlebnisse. Dennoch muss der Leser eine gewisse Distanz zum Geschriebenen konstruieren.

Formale Aspekte:
Das Cover ist ansprechend gestaltet und es zeigt Zeichnungen, die „Verrücktheit“ und das „Chaos“ darstellen und somit Felix‘ Welt visualisieren. Bereits die Zeichnung des Protagonisten stellt seine Hauptcharaktereigenschaften dar und zwar, dass es sich um einen aufgedrehten, verrückten und abenteuerlustigen Jungen handelt. Die Schrift ist durchgängig etwas größer, was das Lesen deutlich erleichtert und vor allem für junge Leser vorteilhaft ist. Zudem gibt es in den einzelnen Kapiteln pro Doppelseite zwei bis vier Zeichnungen, die die jeweiligen Situationen überzogen darstellen und die Komik des gesamten Buches nochmals verstärken. Die Zeichnungen tragen auch sehr zum Lesevergnügen bei.

Die Sprache ist meist umgangssprachlich und einzelne Personen haben eine eigene, spezifische Sprache, so wie Musti, der grammatikalisch inkorrekt und ohne Syntax spricht oder wie der Skilehrer, der nur bayrisch spricht. Die Charakterisierung der Personen durch ihre Sprache trägt dazu bei, dass der Leser sich konkrete Personen vorstellen kann, die auch in der Wirklichkeit existieren könnten. Zudem verstärkt es die Komik.

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Buch bzw. diese Buchreihe eine unterhaltsame Freizeitlektüre für junge Leser ist! Die witzigen Anekdoten und Zeichnungen machen dieses Buch zu einem vollen Vergnügen.

„Chaos ist das halbe Leben“  eignet sich zum Freizeit- / Unterhaltungslesen; Leseanfänger kann man durch diese Buchreihe zum lustvollen Lesen animieren.

Verweise: Viellese-Verfahren, Lese-Animation

Multimedia:
Bei dem Buch handelt es sich um den dritten Band der Felix-Serie; weitere Bände sind:
Knapp vorbei ist auch daneben (2012)
In der Faulheit liegt die Kraft. Geniale Chaoten fallen nicht vom Himmel (2013)
Erst der Spaß, dann das Vergnügen. Geniale Chaoten bringt nichts auf die Palme (2014)

Alle Romane gibt es auch als Hörbucher (Lesung), die jeweils bei Audiolino erschienen sind.

Videos mit Ausschnitten der Aufnahmetage zu Hörbuch 1 und 2 (jeweils ca.5 Minuten) gibt es auf youtube:
www.youtube.com/watch?v=3s7cRM2xE7E
www.youtube.com/watch?v=k23Cfmwqs6A

Die Internetpräsenz des Arena-Verlags zur Romanserie findet sich hier:
www.jakob-leonhardt.de