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Buchcover Jennifer Brown: So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy

Rezension von Fabian Schroer

„Sie kommen! (…) Alarmstufe Rot! Ich wiederhole: Alarmstufe Rot!“: Aliens, Roboter und eine verlorene Lunchbox halten Luke und seine außergewöhnlichen Freunde in Atem – und mit ihnen den Leser, der das Buch nicht mehr aus der Hand legen wird.   

BuchtitelSo überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy
AutorJennifer Brown
GenreComing of Age
Lesealter10+
Umfang240
VerlagarsEdition
ISBN978-3-8458-1209-0
Preis12,99
Erscheinungsjahr2017

Luke Abbott geht in die sechste Klasse, spielt leidenschaftlich gerne Computer und kämpft dabei erfolgreich gegen die Invasion der Aliens. Wenn es nach Luke ginge, könnte es auch so weitergehen, doch sein Vater hat einen anderen Plan: Er schickt ihn zur neuen Robotik-AG der Schule. So kann Luke zumindest vor seinen vier Großeltern und seinem gemeinen Bruder fliehen. Zuhause ist er nämlich nur der kleine Junge, dem niemand etwas zutraut.

Die Robotik-AG scheint auf den ersten Blick langweilig zu sein, denn der bunt zusammengewürfelte Haufen von Teenagern vertraut sich nicht und hat kein gemeinsames Ziel. Allen voran muss Luke mit dem gefürchtetsten Schüler der Schule zusammenarbeiten: Lunchbox Jones. Luke ist sich nicht sicher, ob Jones ihn nicht zum Frühstück verspeisen wird, nur eines weiß er ganz genau – Lunchbox Jones geht nie ohne seine Lunchbox aus dem Haus. Als er diese verliert, merkt Luke, dass hinter der harten Fassade eines Menschen, ein Individuum mit seinen eigenen Problemen steckt. Luke, Lunchbox Jones und die anderen Schüler der AG werden zu einem Team und wappnen sich für den Kampf gegen weitere Schulmannschaften. Besonders das Duell mit der grausamen Missy wird zu einer großen Zitterpartie der Gefühle.

Leider verlieren sie diesen Kampf, aber für Luke ist es keine Niederlage, denn durch seine neuen Freunde hat er es geschafft: Er ist kein kleiner Junge mehr. Auch seine Familie, insbesondere sein Bruder, erkennen das und so wendet sich für Luke doch noch alles zum Guten.

Eine Leseprobe kann bei Google books eingesehen werden.

Luke Abbott – ein absoluter Antiheld und Verlierer in Schule und Familie?

Luke ist zu Beginn des Romans eine Figur, mit der sich der junge Leser gut identifizieren kann. Obwohl die Geschichte keine Abenteuer oder gefährlichen Szenarien schildert, fiebert man mit dem Protagonisten jedes Mal mit, wenn er eine weitere Meisterleistung in der Schule oder in seiner eigenen Familie erreichen muss. Stück für Stück wächst Luke an diesen Aufgaben, selbst wenn er teilweise nicht erfolgreich ist. Gerade hier zeigt sich für den jungen Leser ein hohes Identifikationspotential. Das Leben ist nicht immer eine Aneinanderreihung von Erfolgen, aber man kann es mit Humor nehmen und trotzdem daraus lernen. Allerdings hebt Jennifer Brown nie den pädagogischen Zeigefinger, sondern erzählt stets mit einer humorvollen und warmen Erzählerstimme. Im weiteren Verlauf des Romans gibt es zahlreiche andere Figuren, die sympathisch wirken und denen der Leser etwas abgewinnen kann. Lunchbox Jones, die gemeine Missy oder der Bruder von Luke sind nur einige Beispiele dafür.

Bereits das Cover zeigt, dass das Leben eines Teenagers facettenreich ist. Viele bunte Gegenstände, eine farb- und formfreudige Signatur sowie genreübergreifende Elemente sind rein visuelle Stärken des Buches und erinnern auf den ersten Blick an einen Comicroman. Dieser Fakt zieht sich weiter durch das gesamte Buch, denn zu Beginn jedes Kapitels leiten drei graphisch hervorgehobene Schlagwörter jeweils Kernthemen ein, die inhaltlich folgen. Am Ende von „So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy“ kann der junge Leser selbst sein „Robotik-Interesse“ beweisen und wird im Rätselstil über moderne Roboter informiert. Darauf folgt eine Danksagung der Autorin, die auf eine Internetseite mit der gleichen Thematik hinweist. Die insgesamt liebevolle Gestaltung rundet den Inhalt ab und bietet allen Jungen noch eine weitere Möglichkeit, ihr Interesse für Roboter im „real-life“ weiterzuleben. Alle technikinteressierten Jungen und solche, die es werden wollen, werden dieses Buch lieben.

Jennifer Browns Coming-of-Age-Roman bietet mehr, denn er entwickelt eine eigene Dynamik für den Leser, Themen des Alltags werden aufgegriffen, aus der Perspektive von Teenagern analysiert und dann mehr oder weniger erfolgreich gelöst. Auch das Ende des Romans zeigt, dass ein gutes Buch kein Happy End im eigentlichen Sinne benötigt. „So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy“ ist ein absolut empfehlenswertes Buch und bietet ein gewinnbringendes Leservergnügen für junge männliche Leser.

Dieser Roman kann als private Lektüre genutzt werden und wird den jungen Leser mit Humor und Witz durch die Geschichte führen. Themen und Figuren sind selbsterklärend, stilistisch abgerundet und werfen keine unnötigen thematischen Fragen auf. Zudem bietet dieser Roman gerade Jungen einen motivierenden Übergang von der reinen Spaßlektüre hin zur Lektüre mit Inhalt.

Daher kann der Roman auch für alle offenen Formen des Unterrichts verwendet werden, da verschiedene Themen angemessen angesprochen werden und einen Mehrwert für den Leser bringen. Auch besondere Projekte, die mit fächerübergreifenden Unterricht verbunden sind, wie es beispielsweise an MINT-Schulen der Fall ist, sollten diesen Roman in ihren Fundus integrieren.

Leseförderung mit Luke Abbott? – Ein klares Versprechen von mir: Es wird robotisch gut!