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Buchcover Lincoln Peirce: Super Nick. Ich zeig’s euch, ihr Dumpfbacken!

Rezension von Lea Hartmann

Als Sechstklässler hat man es wirklich nicht leicht. Davon kann Nick wahrlich ein Lied singen. Eine neue Schulwoche beginnt und es geht einfach mal wieder alles schief und das kann natürlich nur einen Grund haben: Teddy und seine gefrorene Waffel. Wäre sein bester Freund nicht gewesen, hätte Nick seine Hausaufgaben gehabt und wäre nicht schon wieder von seiner Lehrerin für Heimatkunde angeschrien worden, seine stressabbauende Plastikflasche wäre nicht aus Versehen gegen den Kopf des Schuldirektors geflogen und ganz sicher wäre Nick nicht zum Nachsitzen verdonnert worden. Doch leider ist alles genau so passiert...

BuchtitelSuper Nick – Ich zeig’s euch, ihr Dumpfbacken!
AutorLincoln Peirce
GenreComic & Graphic Novel
Anti-Helden & Schelme
Lesealter8+
Umfang224 Seiten
Edition1. Auflage 2014
Verlagcbj
ISBN978-3-570-15850-0
Preis12,99 €

Als Sechstklässler hat man es wirklich nicht leicht. Davon kann Nick wahrlich ein Lied singen. Eine neue Schulwoche beginnt und es geht einfach mal wieder alles schief und das kann natürlich nur einen Grund haben: Teddy und seine gefrorene Waffel. Wäre sein bester Freund nicht gewesen, hätte Nick seine Hausaufgaben gehabt und wäre nicht schon wieder von seiner Lehrerin für Heimatkunde angeschrien worden, seine stressabbauende Plastikflasche wäre nicht aus Versehen gegen den Kopf des Schuldirektors geflogen und ganz sicher wäre Nick nicht zum Nachsitzen verdonnert worden. Doch leider ist alles genau so passiert. Er wird einfach vom Pech verfolgt. Völlig unerwartet scheint die Woche aber plötzlich eine gute Wendung zu nehmen, als Nick vom Direktor höchstpersönlich die Chance erhält, mit seiner Band auf einer Schülerversammlung aufzutreten. Damit rückt der große Durchbruch natürlich in greifbare Nähe … oder auch nicht, denn als der Sänger überraschend die Band verlässt, ist nicht klar, ob so kurzfristig ein geeigneter Ersatzmann gefunden werden kann. Zu allem Überfluss mischen sich dann auch noch die Siebtklässler, die sich wie immer für etwas Besseres halten und natürlich auch alles besser können, in Nicks Leben ein. Schließlich kommt es zu einer Wette, die über Ruhm und Ehre im Schulalltag entscheidet. Ob Nick am Ende doch noch ein wenig Glück hat?

»Was um ALLES IN DER WELT tust du da?«
Was ich da tat? Ich fragte mich, wie Bigfoots Braut sich so von hinten anschleichen konnte, das tat ich. Ich meine, sie ist fett, sie ist laut, und sie stinkt nach Zwiebeln. Wie kann SO JEMAND sich anpirschen?
»Auf dem Flur Limo trinken ist strengstens UNTERSAGT!«
»Hä? Ach so! … Ist LEER!«
»Meinst du damit die FLASCHE … oder deinen KOPF? WIRF das weg! SOFORT!«
Was blieb mir übrig? Ich war geliefert. Ich wartete ab, bis sie im Klassenzimmer verschwunden war. Dann sah ich die Recyclingtonne drüben beim Computerlabor.
»Sie will, dass ich die wegwerfe? OKAY!«
Wir unterbrechen diesen Rückblick nun mit einer wichtigen Info zu Plastikflaschen: Sie sind elastisch und springen! Deswegen helfen sie ja auch so grandios gegen Stress. Es bedeutet aber auch, dass sie beim Werfen in den meisten Fällen von der Stelle, an der sie LANDEN SOLLEN, abprallen …
… um dann GANZ woanders zu landen …
… So wie HIER. Volltreffer.
»BIST DU DENN VÖLLIG IRRE?«
» Sorry sorry sorry sorry sorry«
So. Jetzt wisst ihr, weshalb der Direktor mich so krass anbrüllt, dass man seine Mandeln sieht. Damit endet dieser Rückblick …
… und ein neuer TRAUMHAFTER Tag BEGINNT!
Man beachte den Sarkasmus. Ich will ja nicht jammern oder so, aber in letzter Zeit läuft in meinem Leben echt so einiges SCHIEF!
(S. 14ff.)

Obwohl es sich bei dem Werk von Lincoln Peirce in erster Linie um einen Comic-Roman handelt, enthält die Erzählung auch Merkmale einer Antihelden-Geschichte. Dies wird vor allem durch den Hauptcharakter Nick selbst deutlich, welcher einige Eigenschaften eines Antihelden aufweist: Er wird (zunächst) vom Pech verfolgt, ist nicht sonderlich beliebt (vor allem bei seinen Lehrern) und hat keinen Erfolg bei Mädchen. Folglich strebt er nach Ansehen in der Schule, was spätestens nach seinem gescheiterten Bandauftritt und der anschließenden Verspottung durch den „obercoolen“ Siebtklässler Marcus klar wird, was aber auch schon in Ansätzen durch den Titel des Buches erkennbar ist. Dabei sind ihm vor allem einer seiner besten Freunde (Chad) und dessen Glücksbringer eine große Hilfe. Nick denkt jedoch keinesfalls nur an sich, sondern versucht vielmehr das Ansehen der gesamten Sechstklässler zu steigern, welche von den älteren Schülern unterdrückt werden. Dies wird vor allem deutlich, als er durch ein eigenes Schuhdesign überraschend zum kleinen Star der Schule wird, jedoch schnell bemerkt, dass er trotz der ganzen Aufmerksamkeit nicht glücklich ist solange nicht alle seine Freunde bei ihm sind. Nur mit deren Hilfe schafft er es dann schließlich auch, Marcus und seine Gang in die Schranken zu weisen und zu beweisen, dass Sechstklässler auch etwas drauf haben.

Die beiden Genres, Antihelden-Geschichte und Comic-Roman, ergänzen sich in Super Nick – Ich zeig’s euch, ihr Dumpfbacken! sehr gut, da man sich durch die vielen im Buch vorhandenen Abbildungen nicht nur die einzelnen Charaktere besser vorstellen kann, sondern diese auch auf lustige Art und Weise die Missgeschicke, aber auch kleinen Erfolgserlebnisse rund um Nick und seine Freunde festhalten und verdeutlichen. Dies geht so weit, dass der Roman ohne die Bilder und kurzen Comicstrips nicht komplett verständlich wäre. Andersherum würden die einfach gehaltenen schwarz-weiß Zeichnungen jedoch auch nicht ausreichen, um die gesamte Geschichte zu vermitteln. Folglich sind beide Komponenten gelungen miteinander verwoben und tragen auch beide gleichermaßen zur Komik des Buches bei. Zudem nehmen beide einen ungefähr gleich großen Teil des Romans ein, wobei die einzelnen Panels bzw. Comicstrips unterschiedliche Formen und Größen aufweisen und an stets verschiedenen Stellen in den Text integriert und dadurch immer auf die Handlung abgestimmt sind und teils auch Geschehnisse aus der Vergangenheit aufzeigen. Text und Bild greifen somit ineinander über bzw. ergänzen sich und verschmelzen dadurch zu einem Gesamtkunstwerk. Außerdem können die Abbildungen auch noch darin unterschieden werden, ob sie den aktuellen Handlungsverlauf darstellen oder „gerade“ von Nick gezeichnet und nun dem Leser präsentiert werden, was unter anderem durch einen linierten Hintergrund und eine leicht veränderte Darstellung der Charaktere erkennbar wird. Beide Arten haben jedoch gemein, dass sie, passend zur abstrakten bzw. Cartoon-artigen Gestaltung der Figuren, kaum Räumlichkeit darstellen, was jedoch im Hinblick auf die lustige Erzählweise des Romans sehr stimmig wirkt. Zudem werden bei allen Abbildungen, nicht nur durch die (teils übertriebene) Mimik und Gestik der dargestellten Figuren, sondern auch durch die Art und Größe der Schrift in den Sprechblasen, immer wieder wichtige oder auch komische und/oder ironische Szenen hervorgehoben.
Einzig das Cover des Romans ist (zumindest teilweise) bunt gestaltet, wobei besonders die größere Zeichnung von Nick heraussticht. Des Weiteren weist bereits der angedeutete Comicstrip darauf hin, dass es sich um einen Comic-Roman handelt. In insgesamt 12 Kapiteln mit einer durchschnittlichen Länge von 18 Seiten erzählt Nick als Ich-Erzähler von seiner Schulzeit, aber auch von seinen Fantasien, wie er als Super Nick die Welt rettet. Darüber hinaus folgt nach dem eigentlichen Ende des Romans noch eine kurze Vorschau auf den nächsten Band der Reihe, wobei alle Teile problemlos auch ohne Kenntnis der anderen gelesen werden können.

Durch die ansprechende und humorvolle Darstellung typischer Probleme eines Sechstklässlers kann sich der Leser sehr gut in den Hauptcharakter hineinversetzen. Zudem sorgen die relativ große Schrift und die vielen Zeichnungen nicht nur dafür, dass sich der Roman einfach und schnell lesen lässt, sondern motivieren auch gleichzeitig zum lustvollen Lesen.

Super Nick – Ich zeig’s euch, ihr Dumpfbacken hilft Leseanfängern bzw. jungen Lesern vor allem durch seine humorvollen Dialoge und Comics beim Einstieg in ein lustvolles Lesen. Daher eignet es sich besonders als Freizeitlektüre, darf aber gleichzeitig auch in keiner Klassenbibliothek fehlen. Auch die fünf vorherigen Bände können dabei zum weiteren Lesen animieren.

Eine ausführliche Leseprobe aus einem anderen Super-Nick-Band („Bis später, ihr Pfeifen!“) gibt es als PDF auf der Webseite von Randomhouse: www.randomhouse.de/leseprobe/Super-Nick-Bis-spaeter-ihr-Pfeifen-Ein-Comic-Roman-Band-1/leseprobe_9783570153161.pdf

Ausschnitt aus einer KiKa-Rezension auf youtube


Eine kritische Position unter speziell didaktischer Perspektive findet sich auf dem Blog Lesehorizonte