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Buchcover Sabine Zett: Advent, Advent, der Kuchen brennt

Rezension von Katharina Platz

Benny und seine Familie freuen sich auf Weihnachten, doch dann muss Mama wegen eines Notfalls wegfahren. Plötzlich stehen Papa und die Kinder mit den Weihnachtsvorbereitungen alleine da und alles versinkt im Chaos. Weihnachten droht ins Wasser zu fallen!

BuchtitelAdvent, Advent, der Kuchen brennt
AutorSabine Zett
GenreHumor & Comedy
Comedy
Lesealter8+
Umfang143
VerlagLoewe
ISBN978-3-7855-7618-2
Preis8,99

Benny, seine große Schwester Stella, sein kleiner Bruder Max und Papa Engelskuchen freuen sich auf eine ruhige Adventszeit. Nur Mama steht unter großem Stress, weil sie alle Weihnachtsvorbereitungen alleine übernehmen muss. Doch dann muss sie wegen eines Notfalls plötzlich wegfahren. Natürlich versinkt alles im Chaos, die Kinder bekommen nur noch Nudeln mit Ketchup, die Plätzchen kommen vom Bäcker und der kurz vor knapp gekaufte Weihnachtsbaum ist krumm und halbseitig kahl. Benny fürchtet sogar, dass seine Eltern in all dem Stress die Weihnachtsgeschenke vergessen haben. Damit wenigstens Max sein Wunschgeschenk bekommt, besorgt er zusammen mit Stella eine Plüschschildkröte. Aber als an Heiligabend alles schon verloren zu sein scheint, halten alle zusammen und schaffen es doch noch, ein schönes Weihnachtsfest zu organisieren – mit gutem Essen und reichlich Schildkröten für Max. Außerdem wissen die Vier am Ende mehr zu schätzen, was Mama, nicht nur zu Weihnachten, für sie leistet und versprechen, sie öfter zu unterstützen.

Als ich mittags nach Hause komme, öffnet mir niemand die Tür. Ich klingele Sturm, aber nichts tut sich. Wo ist Mama? Sie kann doch nicht ernsthaft weg sein, oder? Einfach so, ohne sich zu verabschieden?

Ratlos stelle ich mich auf die Straße, wo mir prompt Frau Raschke über den Weg läuft. »Hallo, Benny! Ist niemand da bei euch? Wo ist denn deine Mutter?«

Jeder anderen Nachbarin würde ich vermutlich von Omas Sturz erzählen und dass Mama vielleicht zu ihr gefahren ist, aber Frau Raschke ist wirklich neugierig und tratscht gern alles weiter. Deshalb zucke ich nur mit den Schultern. »Keine Ahnung.«

»Sie kann doch nicht vergessen haben, dass ihr eigenes Kind von der Schule nach Hause kommt!«, ruft die Nachbarin. »Hast du versucht, sie auf dem Handy zu erreichen?«

Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, deshalb nicke ich nur und will nach meinem Handy suchen. In diesem Moment biegt Papas Wagen mit quietschenden Reifen um die Kurve. »Benjamin! Ich bin da!«, ruft er durch das halb geöffnete Fenster.

Wie ich sehen kann, sitzt Max in seinem Kindersitz und winkt mir zu. »Api hat mich heute früher abgeholt. Er muss mit uns sprechen.«

Frau Raschke scheint eine Sensation zu wittern, denn sie mustert uns alle ganz genau. »Wo ist denn …«, ich lasse sie einfach stehen und eile zu Papa.

»Auf Wiedersehen!«

Die Geschichte wird aus der Perspektive des 10-jährigen Benny erzählt, der durch seinen ständig überforderten Vater in peinliche und unterhaltsame Situationen gerät. Der Vater kann nicht mal einfachste Gerichte kochen, seine pubertierende Tochter führt ihn an der Nase herum, Benny und Stella müssen stellvertretend für ihren Vater mit dem kleinen Max im Kindergarten tanzen und der in letzter Minute besorgte Weihnachtsbaum ist schief und halbseitig kahl. Das sorgt für eine Menge Lacher. Ohnehin glänzt das Buch durch jede Menge Humor, der vor allem durch die Skurrilität der Geschehnisse entsteht.

Die alltagsnahen Ereignisse, die so oder ähnlich in vielen Familien stattfinden, helfen dem Leser, sich mit dem gleichsam verpeilten als auch liebenswerten Benny zu identifizieren. Gerade männliche Leser können sich in ihm wiederfinden. Die Beziehung zu seiner großen Schwester Stella und seinem kleinen Bruder Max spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Zwar sind die Geschwister nicht immer einer Meinung, aber wenn es darauf ankommt, halten sie zusammen und merken dadurch, dass es wichtig ist, sich gegenseitig zu unterstützen.

Im Laufe der Geschichte wird der Familie bewusst, wie wenig sie die Leistungen der Mutter bisher gewürdigt haben. Damit es doch noch ein schönes Weihnachtsfest wird, müssen alle mit anpacken. Die Geschichte zeigt auf unterhaltsame Weise, wie wichtig familiärer Zusammenhalt ist.

Das Buch enthält 23 kurze Kapitel und eignet sich auch hervorragend zum Vorlesen in der Weihnachtszeit. Wenn ein Achtjähriger das Buch alleine Lesen möchte, sollte er ein geübter Leser sein, da das Buch im Vergleich zu anderen Büchern für diese Zielgruppe relativ viel Text auf einer Seite enthält, der nur durch wenige Illustrationen aufgelockert wird. Das Lesen wird allerdings durch die kurzen Sätze erleichtert. Die Schwarz-Weiß-Illustrationen punkten mit einem modernen Zeichenstil und ergänzen den Text auf ansprechende Weise. Das Cover ist klassisch weihnachtlich gestaltet, ohne kitschig zu wirken. Den jungen Lesern dürfte vor allem der erhabene, mit UV-Lack überzogene Titel der gebundenen Ausgabe gefallen. Dadurch wirkt das Buch wie ein eingepacktes Geschenk und ist auch haptisch sehr angenehm.