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Buchcover Sam Hearn: Die Schule der Detektive. Band 1: Sherlock & Co jagen den Museumsräuber

Rezension von Nadine Reinhold

John Watsons erster Schultag an der Baker-Street-Schule beginnt vielversprechend, denn er lernt Sherlock Holmes kennen. Schon bald geraten John, Sherlock und ihre Mitschülerin Martha mitten in einen aufsehenerregenden Diebstahl in einem Museum. Der Roman bietet für Kinder einen tollen Einstieg in die wunderbar spannende Welt des Sherlock Holmes und sorgt für große Lesefreude.

BuchtitelDie Schule der Detektive. Band 1: Sherlock & Co jagen den Museumsräuber
AutorSam Hearn
GenreKrimi & Thrill
Comic & Graphic Novel
Lesealter8+
Umfang192
VerlagSchneiderbuch Egmont
ISBN978-3-505-13973-4
Preis10,00
Erscheinungsjahr2017

An seinem ersten Schultag in der Baker-Street-Schule ist der zehnjährige John Watson sehr aufgeregt und lernt dank seiner Klassenkameradin Martha bei einem Rundgang den wohl interessantesten Mitschüler kennen: Sherlock Holmes, der zwar etwas eigenartig erscheint, aber genial zu kombinieren vermag. Die drei werden schnell gute Freunde und geraten bei einem Museumsbesuch mitten in einen Kriminalfall. Der Alpinstein, der berühmteste Diamant der Welt, ist während eines Ablenkungsmanövers gestohlen worden. Doch der mutmaßliche Dieb bleibt im Londoner Stau stecken und wird von der Polizei verhaftet. Schon bald entdeckt Sherlock jedoch, dass es sich bei dem Diamanten, der wieder im Museum ausgestellt wird, um eine Fälschung handelt. Sherlock stößt während seiner Recherche auf die spannende Geschichte des Alpinsteins und findet dabei auch heraus, was die Familie seines Feindes James Moriarty damit zu tun hat. Auch klärt sich, warum sich Ms. DeRossi, die Lehrerin der Kinder, so seltsam benimmt. Ob die Jungdetektive dank Sherlocks Gabe des deduktiven Denkens den Fall um den gestohlenen Diamanten lösen können?

Eine Leseprobe kann bei google books eingesehen werden.

Wie in den meisten Kurzgeschichten und Romanen von Sir Arthur Conan Doyle ist auch in diesem Buch von Sam Hearn der spätere Arzt John Watson der Erzähler. An seinem ersten Tag an der „Baker Street-Schule“ in London ist er „total nervös und auch vorfreudig“. Zurecht, denn schon an diesem ersten Schultag lernt er Martha Hudson und Sherlock Holmes kennen. Und natürlich Baskerville, den Hund des Schul-Hausmeisterpaars Musgrave. Schon auf den ersten Seiten des ersten Bandes der Reihe „Die Schule der Detektive“ begegnen dem Leser viele bekannte Figuren und Begrifflichkeiten aus den bekannten Sherlock-Holmes-Geschichten. Bereits beim anfänglichen Zusammentreffen beeindruckt der junge Sherlock mit seiner detailgenauen Beobachtungsgabe, die später zu seinem Markenzeichen wird. Sam Hearn erschafft ab Seite eins einen eigenen Sherlock-Kosmos, auch indem er die Schüler, die die Schule besuchen, durch Martha bei einem Schulrundgang vorstellen lässt. Aus diesem Grund ist man schnell mitten in der Geschichte und mit John und Sherlock gibt es für junge Leser zwei sehr interessante und unterschiedliche Identifikationsfiguren.

Dass dieses Buch in zwölf Kapitel unterteilt ist, übersieht man leicht. Denn durch die Geschichte ziehen sich unterschiedlichste Erzählarten: E-Mails, Comicelemente, kurze Erzählpassagen, Zeitungsartikel und auch Blogeinträge. Zudem enthält das Buch überdurchschnittlich viele Zeichnungen, da Autor Sam Hearn ursprünglich Illustrator ist. Die Textpassagen sind in verschiedenen Schriftarten gesetzt, das unterstützt den Lesefluss nicht immer, macht aber großen Spaß. Gerade Kinder, die noch nicht so lange Texte am Stück lesen können oder möchten, werden hier bestens unterhalten. Auch die oftmals witzigen und schnellen Dialoge tragen zum Reiz dieser spannenden Geschichte bei, in der die Leser bis zum Schluss miträtseln können, was es mit dem Diebstahl des Alpinsteins auf sich hat. Zum Ende hin, wenn es zur Auflösung kommt, sind vereinzelte Textpassagen etwas länger und komplexer. Man kann diese Geschichte getrost als eine Art Comic-Buch bezeichnen. Der Ich-Erzähler Watson schildert das Geschehen um den Kriminalfall chronologisch, allerdings gibt es kleinere Nebenhandlungen, die zum Beispiel die Abenteuer von Hund Baskervielle näher beleuchten oder die Geschichte des Alpinsteins erzählen. Schön ist auch die Atmosphäre an der Schule, die offensichtlich von den Kindern gern besucht wird.

Das Cover ist toll gestaltet und animiert zum zugreifen. Zu sehen sind Sherlock, Martha, John und Baskerville in einer Lupe auf rotem Hintergrund. Die Reihe hat ein eigenes Logo, das „Sherlock & Co“ fällt dank großer gelber Schrift ins Auge. Ein Volltreffer!
 
Sam Hearn gelingt mit „Sherlock & Co jagen den Museumsräubern“ ein toller Einstieg in die wunderbar spannende Welt des Sherlock Holmes für Kinder. Das Abenteuer des wohl zukünftig berühmtesten Detektivs Englands ist altersgerecht als Comicroman aufbereitet und wird durch viele fantastisch zum Text passende Illustrationen ergänzt. Alles in allem eine gelungene Umsetzung der Thematik als Kinderbuch. Auf den zweiten Band der Reihe darf man sich freuen!
 

Comic-Bücher sind in und nicht erst seit Jeff Kinney sehr beliebt. Besonders Jungs greifen gerne zu den Titeln, die meist lustig sind und bei denen der Textanteil dank vieler Illustrationen geringer ausfällt. Die abwechslungsreiche Mischung aus Comiczeichnungen mit Sprechblasen, Screenshots, Blogeinträgen, Zeitungsausschnitten und kurzen Texten macht das Buch sicherlich nicht zu einem klassischen Vorlesebuch und auch als Unterrichtslektüre ist es weniger geeignet. Jedoch ist ein großer Lesespaß im privaten Lesebereich fast garantiert und auch für freie Lesezeiten in der Schule ist dieses Buch bestens geeignet. Die moderne Herangehensweise an das „alte“ Thema Sherlock Holmes und die altersgemäße Gestaltung sowie die coolen und zugleich sympathischen Protagonisten lassen vor allem Jungs sicherlich gerne zugreifen. Hauptgrund für die Lektürewahl dürfte aber die Aufmachung des Buches als „Comicroman“ sein. Im Unterricht können die unterschiedlichen Aufbereitungsarten des Textes und der Berichterstattung (Blog, Zeitungsartikel etc.) vergleichend behandelt werden. Der zweite Band der Reihe wird sicherlich gelesen werden, sollte der erste Band gefallen haben. Ein Buch, das auch „Lesemuffeln“ Spaß machen kann.