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Buchcover Susann Opel-Götz: Außerirdisch ist woanders

Rezension von Anais Hars

Der Ich-Erzähler Jona hat einen großen Wunsch: Er möchte endlich einem Außerirdischen begegnen. Jona ist sich nämlich absolut sicher, dass es Außerirdische auf der Erde gibt. Als eines Tages ein neuer Mitschüler in seine Klasse kommt, ist er felsenfest davon überzeugt, dass Henri ein A.L.F. ist. Eine spannende Freundschaft entsteht, bei der Jona mehrere Überraschungen erleben wird.

BuchtitelAußerirdisch ist woanders
AutorSusann Opel-götz
GenreFantastischer Realismus
Lesealter10+
Umfang320
VerlagOettinger
ISBN978-3-8415-0405-0
Preis8,99
Erscheinungsjahr2016

Jona, der Ich-Erzähler der Geschichte, ist 10 Jahre alt, geht in die dritte Klasse und ist das Sandwich-Kind der Familie. Er hat zwei Geschwister, Lollo und Wolle, und wächst behütet in einem kleinen Stadtteil von Köln auf. Für ihn ist klar, dass er eines Tages einem Außerirdischen begegnen wird. Jona ist sich nämlich absolut sicher, dass es Außerirdische auf der Erde gibt. Sie leben bloß gut getarnt unter den anderen Menschen.

Jona liest und beschäftigt sich viel mit Büchern rund um das Thema Aliens, damit er für den Fall der Fälle gut vorbereitet ist.
Und dann passiert etwas, was ihn stutzig werden lässt: Ein Stromausfall hat sich im fernen Amerika ereignet und plötzlich taucht ein fremder Mann mit einem Koffer in Köln auf. Jona wartet auf eine versteckte Botschaft. Handelt es sich bei dem Mann um ein Alien? Er möchte sich mit ihm anfreunden, bleibt jedoch erfolglos und ist enttäuscht. Bis ihm eines Tages sein neuer Mitschüler Henri begegnet, denn Henri scheint ein A.L.F. zu sein. Das würde bedeuten, dass er der außerirdischen Lebensform angehört. Wahnsinn! Jona reimt sich fortan einiges zusammen. Er wundert sich zwar manchmal über Henris Verhalten oder mangelndes Wissen, doch er macht sich keine weiteren Gedanken darüber. Schnell entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen den beiden Jungs und Jona ist stolz auf seinen besonderen Freund.

Langsam muss Jona jedoch erkennen, dass etwas mit Henri nicht stimmt. Er wird nie zu ihm nach Hause eingeladen und plötzlich werden schwere Vorwürfe gegen seine Mutter erhoben. Jona möchte Henri warnen und beschützen. Bei einem ungeplanten Besuch bei Henri zu Hause überschlagen sich die Ereignisse. Und kurz darauf sind Henri und seine Mutter verschwunden.

Vor mir raschelte etwas. Vorsichtig öffnete ich mein rechtes Auge und schielte auf das Stück Papier, das auf meinem Aufsatzheft lag. Es war mein Zettel.
Unter meinen Worten stand klein und eckig etwas mit Bleistift geschrieben:
Halo Jonatan wie getz?
Ja. Ich bin A.L.F.
Dein Henri
Jetzt war ich derjenige, der minutenlang auf den Zettel starrte.
Ich bin A.L.F.
Seit Jahren hatte ich auf diesen Satz gewartet. Und da stand er nun, klein und eckig und ein bisschen schief. Jona, sagte meine innere Geheim-Stimme leise. Da sitzt ein leibhaftiger Außerirdischer neben dir, der wissen will, wie es dir geht. Du solltest jetzt innen drin so hell strahlen, wie ein Ufo-Scheinwerfer. Du müsstest dich gar nicht mehr einkriegen vor lauter Erfüllungsglück! Jona? Jonathan?!

(S. 37)

Jona dient in vielerlei Hinsicht als Identifikationsfigur für einen jungen männlichen Leser. Er ist 10 Jahre alt, neugierig und pfiffig. Seine zwei Geschwister nerven ihn manchmal ziemlich. Seine große Schwester steckt mitten in der Pubertät und sein kleiner Bruder hinterfragt so ziemlich alles. Gar nicht so leicht, dabei immer einen kühlen Kopf zu bewahren, denn auch in der Schule stößt Jona auf einige Probleme. Da gibt es zum Beispiel seinen Mitschüler Victor, der ihm das Leben mit seinen fiesen Kommentaren und Hänseleien schwer macht. Auf den ersten Blick scheint es also, als würde Jona ein ganz normales Leben führen, wäre da nicht seine Begeisterung für Außerirdische, in deren Phantasiewelt er sich täglich verliert.

Die Geschichte wird von Susann Opel-Götz aus Jonas Perspektive erzählt und der Leser kann Jonas Gedanken und Gefühle hautnah miterleben. Das sorgt für sehr viel Lesefreude, denn der sympathische Protagonist hat viele kreative und abgedrehte Ideen. Selbst wenn sich „Außerirdisch ist woanders“ später schwierigen Themen wie Armut und sozialer Ungerechtigkeit widmet, sorgen Jonas Bemerkungen und Interpretationen für eine angenehme Leseatmosphäre, ohne dabei die Ernsthaftigkeit der Probleme in Victors Familie aus den Augen zu verlieren.

„Außerirdisch ist woanders“ greift schwierige Themen auf, verbindet aber gekonnt Humor und Ernsthaftigkeit und zeigt, wie intensiv und mutig eine Freundschaft sein kann. Die lustige Jugendsprache und die witzigen Details sorgen für viel Abwechslung und machen das Buch lesenswert.