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Buchcover Susanne Rauchhaus: Game Over. Wir retten die Welt!

Rezension von Fabian Schroer

„Und da fing der Ärger an ...“: Ein gewaltiger Kampfroboter bedroht die Erde – werden Laserschwerter und Schokokekse ausreichen, um Gigantus zu bekämpfen? Ben und Daniel begeben sich auf eine abenteuerliche Mission. Der Roman bietet einen Übergang zwischen dem sprachlich reduzierten Comicroman und anderen anspruchsvolleren Literatursparten. Das ist perfekt für noch ungeübte oder wenig motivierte Leser.

BuchtitelGame Over. Wir retten die Welt
AutorSusanne Rauchhaus
GenreScience Fiction
Lesealter10+
Umfang255
VerlagRavensburger
ISBN978-3-473-36952-2
Preis12,99
Erscheinungsjahr2017

Ben und Daniel sind die besten Freunde und zudem leidenschaftliche Computerspieler. Kein Endgegner ist zu groß oder zu gefährlich – bis zu diesem Tag. Der gewaltige Kampfroboter Gigantus aus dem Spiel „Space Agents“ scheint für die beiden eine unbezwingbare Hürde zu sein, jedes Mal verlieren sie. Als Ben und Daniel eines Tages wieder einmal vor diesem Endgegner in die Knie gehen müssen, sind sie erstaunt, dass Gigantus sich plötzlich materialisiert und durch den Monitor in das Kinderzimmer eindringt. Den beiden ist schnell klar, dass sie keine Zeit verlieren dürfen, denn die Welt ist in Gefahr.

Mit Hilfe der beiden Space-Ranger Chal und Jess versuchen sie Gigantus aufzuhalten. Eine Verfolgungsjagd durch die Stadt beginnt, bei der sogar die Schule zum Kampfplatz wird, und dabei zeigt sich, dass insbesondere die Freundschaft der beiden Jungen wichtig ist, um diese Mission zu bewältigen. Ben und Daniel werden nämlich fast für verrückt erklärt, als eine Referendarin ihr Treiben beobachtet und das SEK ruft. Doch mit Hilfe der Space-Ranger können sie auch hier siegen.

Am Ende stellt sich aber heraus, dass gar nicht Gigantus der gefährliche Gegner ist, sondern die Venjaner, die sich, unbeobachtet durch das Ablenkungsmanöver, der Erde schon gefährlich nähern. Mit viel technischem Know-how programmieren Ben und Daniel, die inzwischen auch zu Space-Rangern ernannt wurden, Gigantus um, so dass er auf der Seite der Guten gegen die Venjaner-Raumflotte kämpft. Die Welt wird am Ende gerettet und beide Jungen verstehen, dass man auch ohne Laserschwert und Raumschiff siegreich sein kann, alleine durch Freundschaft und Mut.

Eine Leseprobe kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.

Game Over? Meine Antwort: „Nein, mit diesem Roman lässt sich ein Sieg im Kinderzimmer holen!“

Die Autorin Susanne Rauchhaus beweist mit ihrem Roman ein Gespür für den jungen Leser, denn mit dieser spannenden Sciene-Fiction-Lektüre im Comicstil begeistert sie Leseratten sowie Lesemuffel. Die Geschichte um die beiden Freunde Ben und Daniel beinhaltet eine spannende Mission, einen gefährlichen Gegner und eine überraschende Wendung in der Handlungsführung – diese Zutaten sorgen für ein hohes Lesevergnügen. Zudem zeigen die beiden Figuren Ben und Daniel typische Charakteristika auf, die sich perfekt ergänzen. Während Ben eher spontan seinem Bauchgefühl nachgeht, bedenkt Daniel bei seinem Handeln stets alle Eventualitäten. Die Entscheidungsfindung der beiden Figuren ist so nicht immer leicht, aber für den Leser aufgrund der Realitätsnähe stets nachvollziehbar.
Junge Leser wollen Figuren, mit denen sie sich identifizieren können, dies schafft Susanne Rauchhaus. Dabei ist besonders die Erzählperspektive des Romans hervorzuheben, denn die Handlung wird abwechselnd von Ben oder Daniel erzählt. Dabei ergänzen sie sich gegenseitig, können sich aber auch mal widersprechen. Insgesamt ist der Erzählmodus dem Stil des Comicromans ähnlich, u.a. dadurch, dass Passagen durch visuelle Stiftkommentare oder Zeichnungen ergänzt werden. Ein gewisser Humor liegt so auch der gesamten Geschichte zugrunde, überwiegt jedoch nicht, denn der Fokus „Freundschaft“ bleibt insgeheim inhaltlich und erzählerisch im Vordergrund.

Auf dem Buchcover prangt Gigantus, im Vordergrund stehen Ben und Daniel mitten in einer Mondlandschaft. Bis auf die beiden Figuren ist das Cover in Blautönen gehalten. Der Titel des Romans ist dem typischen Schriftzug eines Computerspiels nachempfunden, leicht pixelig und ebenfalls in einem Blauton. Das gesamte Cover unterstützt den Eindruck des Inhalts und lässt sich klar dem Genre „Science Fiction“ zuordnen.
Die Kapitel werden als „Level“ betitelt, so dass sich der Modus des Computerspiels stringent inhaltlich und erzählerisch, aber auch visuell durch den Roman zieht. Ein perfektes Gesamtpaket, das jeden Leser erfreuen wird und eine hohe Lesemotivation hervorrufen kann.

Dieser Science-Fiction-Roman schließt mit den Worten „Winke! Winke“ ab. Es bleiben keine Fragen zum Inhalt offen, die Charaktere haben sich nachvollziehbar entwickelt und der Leser wird zufrieden das Buch schließen. Ben und Daniel haben so nicht nur ihre Mission der Weltrettung erfolgreich absolviert, sondern gleichzeitig schafft es Susanne Rauchhaus, jeden Leser zu motivieren weitere Science-Fiction-Romane zu lesen. Der Roman bietet hierbei einen Übergang zwischen dem sprachlich reduzierten Comicroman und anderen anspruchsvolleren Literatursparten. Dies ist perfekt für noch ungeübte oder wenig motivierte Leser.

Dieser Roman kann als private Lektüre genutzt werden und wird den jungen Leser durch die abenteuerlichen Missionen begeistern. Themen und Figuren sind selbsterklärend, stilistisch abgerundet und werfen keine unnötigen thematischen Fragen auf. Zudem bietet dieser Roman gerade Jungen einen motivierenden Übergang vom Comicroman hin zur Lektüre mit mehr Inhalt.

Daher kann dieses Buch auch für alle offenen Formen des Unterrichts verwendet werden und könnte so eine Bereicherung für eine Bücherkiste sein.