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Konzeption

Hier erfahren Sie etwas über die Konzeption von boys & books und unsere Jury-Arbeit. Dieser Bereich ist unterteilt in "Grundidee" und "Jury-Arbeit". Unter "Grundidee" stellen wir die grundsätzliche Ausrichtung von boys & books vor, im Bereich "Jury-Arbeit" finden Sie Informationen zu unserer Jury-Tätigkeit.

Die Grundidee und Zielsetzung von boys & books: Buchempfehlungen und Tipps zur Leseförderung von Jungen (2012 ff.)

Spätestens seit den internationalen PISA-Studien ist bekannt, dass Jungen auch in Deutschland im Bereich Lesekompetenz schwächer abschneiden als Mädchen. Das liegt unter anderem daran, dass sie in ihrer Freizeit weniger lesen als Mädchen, dass ihre Lesemotivation geringer ausgeprägt ist und dass sie in der Schule selten Lesestoffe angeboten bekommen, die sie interessieren. Lesen gehört also bei männlichen Heranwachsenden nicht zu den bevorzugten Praktiken der Medienrezeption; dies führt zu geringerer Übung und schließlich zu einer schwächeren Kompetenz.
Aus zahlreichen Studien wissen wir, dass das Interesse am Lesen bereits in der Grundschule abnimmt und dass der „Leseknick“ im Übergang von der Kindheit zur Pubertät bei Jungen früher einsetzt und stärker ausfällt als bei Mädchen. Das Interesse am Deutschunterricht und an freiwilliger Lektüre lässt bereits im Alter von 8 bis 12 Jahren deutlich nach. Der Leseknick ereignet sich damit zu einem Zeitpunkt, wo das flüssige und mühelose Lesen auch längerer Texte noch nicht sicher beherrscht wird.
Damit die Jungen aber wissen, warum es sich lohnt, flüssig Lesen zu lernen, muss ihnen der Zugang zu einem breiten und attraktiven Angebot an Lesestoffen eröffnet werden. Darum sollten Eltern und Lehrkräfte, Bibliothekare, Buchhändler und alle in der Leseförderung von Jugendlichen Engagierten wissen, was Jungen gerne lesen, und ihnen entsprechende Bücher zugänglich machen. Die Webseite www.boysandbooks.de will alle Akteure der Leseförderung in diesem Anliegen wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert unterstützen; sie wurde 2012 von der Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Garbe (Universität Köln) und dem Kölner Kinder- und Jugendbuchautor Frank Maria Reifenberg ins Leben gerufen.
Unsere Webseite richtet sich in erster Linie an erwachsene Literatur-Vermittler und Leseförderer, die speziell die Lesefreude von Jungen ab der Grundschule fördern wollen. Sie empfiehlt Kinder- und Jugendliteratur nach Kriterien einer genre-spezifischen und leserorientierten Literaturkritik, deren Ziel es ist, attraktive Bücher für Jungen ab 8 Jahren vorzustellen.
Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es darum geht, „Literatur-Anfänger“ oder sogar „Lese-Muffel“ (d.h. Wenig- oder Nicht-Leser) zu erreichen. Darum darf eine leserorientierte Literaturkritik keine Berührungsängste gegenüber der „einfachen“, das heißt populären, unterhaltungsorientierten (Kinder- und Jugend-) Literatur haben; diesem Segment der KJL gilt im Gegenteil die spezielle Aufmerksamkeit unseres Projektes. Die Unterteilung in „hohe“ und „niedere“ Literatur ist in der deutschen Tradition (auch der Kinder- und Jugendliteraturkritik) hartnäckig verankert; sie ist besonders unproduktiv für die literarische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen, die als Literatur-Anfänger einen legitimen Anspruch darauf haben, einfache Lesestoffe angeboten zu bekommen.

Die auf dieser Webseite vorgestellten Bücher sind für unsere Zielgruppe, die 8- bis 16-jährigen Jungen, ausgesucht; sie sind vorzugsweise als Freizeitlektüre gedacht oder für offene Leseförder-Formate in der Schule, also für Viellese-Verfahren (z.B. Lese-Olympiaden) oder für Leseprojekte, die den Grundideen der Leseanimation folgen. Neben der Vorstellung von Büchern und von Forschungsergebnissen aus der gender-differenzierten Leseforschung sollen darum auch kontinuierlich Hinweise zur Leseförderung gegeben werden. Dabei werden vor allem Projekte vorgestellt, bei denen ein besonderer Fokus auf der Leseförderung von Jungen in Schulen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen der Jugendarbeit liegt.