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Leseförderung

Der Bereich "Leseförderung" ist unterteilt in "Schule", "Bibliotheken" und "Kooperationen" und richtet sich in erster Linie an Multiplikatoren im Feld der Jungen-Leseförderung. Hier finden Sie Informationen und Anregungen für Ihre praktische Arbeit mit der Zielgruppe.

Veranstaltungsarbeit

Sehr wichtig für die Animierung der Jungen zur Lektüre sind lesende männliche Vorbilder. Das kann der eigene Vater sein oder auch ein bekannter Sportler, der von den Jungen verehrt wird. Auf jeden Fall sollten bei Veranstaltungen aller Art Männer mit den Jungen agieren, sei es als Vorleser, als Betreuer oder auch nur als Begleiter.

Veranstaltungen zur Jungenleseförderung sollten nach Möglichkeit ohne Mädchen stattfinden, denn wenn die Jungen unter sich sind, verhalten sie sich ungezwungener als in der Gegenwart von Mädchen. Der Druck, mit den Mädchen konkurrieren und sich ihnen gegenüber cool und stark geben zu müssen, entfällt. Jedoch sollte auch in Veranstaltungen für gemischtgeschlechtliche Gruppen (z.B. bei Klassenführungen) auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Jungen und Mädchen eingegangen werden. Wesentliche Voraussetzung dafür ist die Entwicklung einer geschlechtersensiblen Wahrnehmung.

Da Jungen den Neuen Medien stark zugewandt sind, sollten auch Computer und Internet in der Leseförderung ihren Platz haben. Um dem ausgeprägten Bewegungsdrang der Jungen entgegen zu kommen, ist die Verknüpfung des Lesens mit einer sportlichen Aktivität empfehlenswert.

Es darf natürlich nicht außer Acht gelassen werden, dass es auch Jungen gibt, die gerne lesen. Da sie jedoch eher eine Minderheit darstellen, besteht die Gefahr, dass sie zu Außenseitern werden, wenn sie ihr Hobby in der Öffentlichkeit preisgeben. Für diese Jungen ist es daher wichtig, dass sie eine Möglichkeit erhalten, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, die sie nicht verspotten und mit denen sie sich über Gelesenes austauschen können. Ein regelmäßiger Leseclub in der Bibliothek würde sich für diese Zielgruppe anbieten.

Quelle: Henrich, Iris: Jungenspezifische Leseförderung in deutschen öffentlichen Bibliotheken – Grundlagen, Praxisbeispiele und Perspektiven. Diplomarbeit. Betreut von Prof. Dr. Inka Tappenbeck. Köln. Fachhochschule Köln 2011. Die Diplomarbeit können Sie hier herunterladen.